ANZEIGE

Srini Gopalan, Deutschland-Chef der Telekom (Foto: Deutsche Telekom)

Glasfaserausbau

Telekom: Überbau nicht "das geschilderte Massenphänomen"

Behindert die Deutsche Telekom durch ihre Strategie den Glasfaserausbau ihrer Wettbewerber auf unfaire Weise und gefährdet damit auch den flächendeckenden Gigabitausbau? Dies wird in der Branche gerade immer wieder diskutiert. Die Deutsche Telekom wehrt sich gegen die Vorwürfe und hat jetzt in einem Blogbeitrag auf ihrer Website (19.06.2023) dazu Stellung genommen, in dem Deutschland-CEO Srini Gopalan zu Wort kommt.

Lokale Glasfasermonopole können nicht der Weg sein

Indem einige Wettbewerber verlangten, die Telekom dürfe nicht in Gebieten investieren, in denen andere Anbieter aktiv sind, würden diese mit den Prinzipien des freien Marktes brechen wollen. Srini Gopalan: "Das würde Wettbewerb verhindern. Und im Klartext heißt das, Deutschland bekäme ganz viele, lokal begrenzte Glasfasermonopole. Das ist Kleinstaaterei und kann nicht der digitale Weg sein, den eine der führenden Wirtschaftsnationen einschlägt." Wenn Monopole den Wettbewerb verhindern würden, seien hohe Endkundenpreise die Folge, daher sei der InfrastruNekturwettbewerb auch politisch gewollt.

Außerdem sei Qualität ein wichtiger Punkt für die Telekom, deren Kunden erwarten würden, dass es keine Abstriche an der Netz- und Servicqualität gebe. Daher kämen nicht alle Unternehmen als Netzpartner für die Telekom in Frage: "Wenn andere Unternehmen ihre Infrastruktur zwar wholebuy anbieten, die Service- und Qualitätsparameter aber nicht erfüllen können, muss die Telekom selber bauen", so Gopalan.

Überbau ist "nicht das geschilderte Massenphänomen"

Außerdem leide die Debatte unter der unscharfen Definition des Begriffs "Überbau", heißt es in dem Beitrag. Deutschland-Chef Srini Gopalan: "Wir wissen nicht genau, was unseren Bau zum Überbau macht. Wenn wir unser eigenes Kupfernetz modernisieren – ist das auch schon Überbau? Wenn wir bauen, wo schon jemand gebaut hat? Oder wenn wir Ausbau planen, wo auch ein anderes Unternehmen den Ausbau angekündigt hat? Jeder versteht das anders – und diese Unklarheit hilft in der aufgeheizten Diskussion nicht." Und weiter: "Wenn der Begriff beliebig ist, stimmen auch die Fallzahlen nicht. Dann wird eine Dimension beklagt, die nicht der Realität entspricht. Wir haben die aktuellen Fälle bei der Telekom nachgezählt. Tatsächlicher Doppelausbau – also wirklich bauen, nicht nur ankündigen – hat bei unserem Netzausbau in diesem Jahr einen Anteil von etwa zwei Prozent. Das ist nicht das geschilderte Massenphänomen."

Allerdings rechnet Gopalan damit, dass die Überbau-Fälle künftig "etwas ansteigen" werden. Das gelte grundsätzlich für alle Anbieter, nicht nur für die Telekom. Größere Ausbauprojekte von Wettbewerbern, die ihr bisheriges Kabelnetz in den nächsten Jahren auch auf FTTH umrüsten werden, zeichneten sich ab. Und wo viele ausbauen, kann es eben immer mal wieder zu Überschneidungen kommen, heißt es in dem Blogbeitrag.

 

Weitere Webseiten