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Swiss Telecommunication Summit

Tagung: Resilienz in einer vernetzten Welt


Wie lässt sich angesichts globaler Krisen die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft stärken? Dieser Frage ging die asut, Verband für die Schweizer Telekommunikationsbranche, bei einer Konferenz am 27. Juni 2023 in Bern nach.

Digitale Infrastrukturen sind laut asut ein bedeutender Teil der Antwort. Gleichzeitig haben auch sie in einer global immer stärker vernetzten Welt mit wachsenden Herausforderungen zu kämpfen. Was die Schweiz und die ICT-Branche in dieser Situation tun können, um ihre Resilienz zu stärken, war Thema des diesjährigen Swiss Telecommunication Summit.

Was bedeutet Resilienz in einer vernetzen Welt? In seiner Eröffnungsrede schilderte der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg, welche Lehren der Kanton Bern aus der Coronakrise gezogen habe und mit welchen Strategien er nun seine Anpassungs- und Reaktionsfähigkeit im Gesundheitswesen auszubauen suche. Resilienz, so Schnegg, setzte immer voraus, dass Kräfte gebündelt und Prozesse optimiert würden. Digitalisierungsprojekte wie eHealth-Plattformen und das elektronische Patientendossier zur durchgängigen organisationsübergreifenden Gewährleistung von Prozessen und zur Förderung einer integrierten Versorgung spielen für ihn dabei eine zentrale Rolle.

Neue Stärken, neue Verletzlichkeiten

Wo alles mit allem vernetzt ist, wächst die Effizienz. Dass digitale Infrastrukturen tragende Pfeiler einer erfolgreichen und standfähigen Wirtschaft und Gesellschaft sind, steht sowohl für Catrin Hinkel, CEO Microsoft Schweiz, wie für Swisscom-CEO Christoph Aeschlimann ausser Zweifel. Beide betonen deshalb die unbedingte Notwendigkeit resilienter Netze und Services. Deren wachsende Bedeutung im Krisenfall bestätigten u.a. Daniela Decurtins, Direktorin des Verbandes der Schweizerischen Gasindustrie und Michaela Schärer, Direktorin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz: Denn da sind es die Kommunikationsnetze und die Rechenzentren, welche dafür sorgen, dass wichtige Güter und Dienstleistungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung weiterhin verfügbar sind.

Vernetzung bedeutet aber auch, dass Krisen sich kaskadenartig und zudem auf oftmals nicht zum Vornhinein absehbare Art und Weise durch das ganze System ziehen. Für den Klimaforscher Reto Knutti sind wir deshalb trotz viel Vorwissen immer schlecht auf Krisen vorbereitet und unterschätzen ihre Komplexität. Um dieses Muster zu durchbrechen plädiert Knutti für eine sorgfältigere Analyse der gesellschaftlichen und politischen Faktoren vergangener Krisen. Peter Grünefelder, Direktor von Avenir Suisse, geht noch weiter: Er ruft nach Reformen, um die "hausgemachte Defizite" aus dem Weg zu schaffen, welche seiner Ansicht nach die Resilienzfähigkeit der Schweiz zurzeit untergraben – und zwar nicht zuletzt im Bereich der Digitalisierung und der Energieversorgung.

Resilienz als Wettbewerbsvorteil

Für Christian Keller, General Manager, Amazon Web Services (AWS) - Switzerland and Austria, bedeutet Resilienz in einer volatilen Welt aber noch weit mehr als widerstandsfähige kritische Infrastrukturen: Organisationsstrukturen, Unternehmenskulturen und operative Prozesse müssten ebenfalls agiler und anpassungsfähiger werden, um noch nicht absehbare, aber trotzdem unvermeidbare zukünftige Krisen meistern zu können. Auch Gordon Thomson, Vizepräsident Technology Acceleration beim Netzbetreiber Cisco, sieht Resilienz als Treiber solcher Transformationsprozesse – deren Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit für ihn wiederum untrennbar mit digitalen Innovationen verknüpft sind.

Die Referate sind auf der asut-Website verfügbar.


 

 

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