
"Ich bin mir sicher, dass die Besucher des FRK-Breitbandkongresses viele interessante Informationen mit nach Hause nehmen werden, wie sie ihre Unternehmen voranbringen und fit für die Zukunft machen können", so der FRK-Vorsitzender Heinz-Peter Labonte (Foto: FRK)
FRK Breitbandkongress
Ende des Sammelinkassos und Überbau im Mittelpunkt
Der Breitbandkongress des Fachverbandes Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) verspricht den Besuchern am 6. und 7. September 2023 im H4 Hotel in Leipzig spannende Diskussionen und interessante Insights zu wichtigen Themen rund um den Bau und Betrieb von Glasfaser- und Koaxialnetzen. Zahlreiche Experten beleuchten wirtschaftliche, rechtliche und politische Aspekte, von Open Access über die Abschaffung des Sammelinkassos bis hin zum strategischen Glasfaserüberbau.
In der aktuellen Printausgabe 4/2023 der Cable!vision Europe finden Sie dazu ein ausführliches Interview mit dem FRK-Vorsitzenden Heinz-Peter Labonte. Er gibt einen Ausblick auf die Veranstaltung und eine pointierte Einordnung der viel diskutierten Branchenthemen "Abschaffung des Sammelinkassos" und "Strategischer Überbau".
Abschaffung des Sammelinkassos - Beschleuniger oder Bremse?
Einer der Höhepunkte des ersten Kongresstags ist die Podiumsdiskussion zur Frage, ob die Abschaffung des Sammelinkassos ein Beschleuniger oder eine Bremse für den Glasfaserausbau ist. FRK-Vorsitzender Heinz-Peter Labonte wird ein kontrovers besetztes Panel moderieren, bestehend aus Branchenexperten, Netzbetreibern und Verbraucherschützern.
Es wird erwartet, dass der Hauptredner der Abendveranstaltung am ersten Kongresstag, der Parlamentarische Staatssekretär Michael Theurer MdB, Mitglied des FDP-Präsidiums und FDP-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, in der Tradition früherer Vorträge beim FRK-Kongress die Lage der mittelständischen Telekommunikationsnetzbetreiber einordnet und auf ihren Beitrag bei der flächendeckenden Versorgung Deutschlands insbesondere in ländlichen Regionen im Wettbewerb mit den übrigen Marktteilnehmern eingeht.
Labonte: "Die Bundesregierung muss im Interesse der Bürger ihren Einfluss als Anteilseigner der Telekom nutzen"
Auch am zweiten Kongresstag wird es eine Podiumsdiskussion geben, die schon wegen ihres Themas für Zündstoff sorgen wird: Es geht um den strategischen Überbau von Glasfasernetzen. Durch die Einrichtung der Monitoringstelle bei der Bundesnetzagentur könne nun nicht mehr behauptet werden, es gäbe den strategischen Glasfaserüberbau nicht, so der FRK.
"Durch die Monitoringstelle wird er nun zwar dokumentiert, aber noch lange nicht abgeschafft, denn die Bundesregierung kommt ihrer Verantwortung im Aufsichtsrat der Telekom offenbar nicht nach", sagt Labonte. "Die gesamte Bundesregierung muss doch ein Interesse daran haben, der durch Rosinenpickerei und Überbau verursachten Verschwendung von zusätzlich notwendigen Fördergeldern Einhalt zu gebieten", erklärt der FRK-Vorsitzende, wer seiner Meinung nach nun handeln müsse. "Als Anteilseigner an der Telekom haben offenbar die Vertreter der Bundesregierung als Repräsentanten von rund 32 Prozent der Anteile ihren Einfluss in den Aufsichtsgremien der Telekom auf den Ex-Monopolisten nicht genutzt, um den strategischen Glasfaserüberbau zu beenden und den sinnvollen Einsatz von Fördergeldern zu garantieren, es aber zumindest zu versuchen."
Ohnehin stünden die mittelständischen FRK-Mitglieder für Kooperation statt Konfrontation, sagt der FRK. Daher werden auf dem Breitbandkongress in vielen Vorträgen Kooperations- und Open-Access-Modelle für den Bau und den Betrieb von Glasfasernetzen präsentiert. Insbesondere verspricht der Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Henrik Bremer von der Kanzlei WIRTSCHAFTSRAT RECHT über die Dynamik des Glasfaserausbaus interessante Einsichten. Bremer wird den Anwesenden auch konkrete Handlungsempfehlungen mit auf den Weg geben.
Migration von Koax zu Glasfaser
Dabei wird sich Rechtsexperte Bremer auch auf Migrationsszenarien von Koaxkabel- hin zu Glasfasernetzen beziehen. Die Netzbetreiber müssen zwei grundlegende Herausforderungen bewältigen: Die Glasfaser ist teuer, sowohl im Bau als auch dementsprechend für den Endkunden, und sie muss bis in die Wohnungen verlegt werden. Aber wie wechselt man von Koax auf Glasfaser, ohne Mieter und Vermieter zu verärgern? Deshalb spielt die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft sowie Migrationskonzepte für Kupferkoaxialnetze mit Gigabit-Kapazität eine wesentliche Rolle im Kongressprogramm.
"Ich bin mir sicher, dass die Besucher des FRK-Breitbandkongresses viele interessante Informationen mit nach Hause nehmen werden, wie sie ihre Unternehmen voranbringen und fit für die Zukunft machen können", so der FRK-Vorsitzender Labonte im Ausblick auf die 26. Auflage der Veranstaltung.
Begleitet wird der Kongress wieder von einer umfangreichen Ausstellung, auf der Produkte und Dienstleistungen präsentiert werden.
Das Kongressprogramm kann als PDF von der Veranstaltungswebsite heruntergeladen werden. Weitere Informationen: www.frk-breitbandkongress.de.
Claudia Boss-Teichmann 14.08.2023

