
"Die Telekom bedroht große Glasfaserfasernetzbetreiber und die bedrohen den Mittelstand", sagt der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte (Foto: FRK)
Doppelausbau
FRK: Deutsche Telekom steht zu Unrecht allein am Pranger
Der Fachverband Rundfunk und BreitbandKommunikation (FRK) kritisiert das jüngst veröffentlichte Verbändeschreiben an Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV). "Heuchelei", sagt der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte zu dem Schreiben. "Als gäbe es nur den Überbau durch die Deutsche Telekom", so Labonte weiter. "Zumal sich die Verbände an den Falschen wenden." Der FRK hält es dagegen für zielführender, auf Bundesfinanzminister Christian Lindner zuzugehen und ihn aufzufordern auf die beiden Vertreter im Telekom-Aufsichtsrat einzuwirken, den Glasfaserüberbau jedweder Art zu beenden. Dieses Vorgehen wurde beim FRK-Breitbandkongress im September 2023 beschlossen.
FRK: Große Glasfasernetzbetreiber überbauen den Mittelstand
Selbstverständlich sei der strategische Überbau durch die Telekom ein Problem, das bislang trotz mehrfacher Aufforderungen und steigenden Fallzahlen keine nennenswerten politischen Maßnahmen zur Folge gehabt habe, so der FRK weiter. Immer häufiger würden FRK-Mitglieder berichten, wie ihre Ausbauprojekte von den sogenannten alternativen Glasfasernetzbetreibern torpediert würden. "Die Telekom bedroht große Glasfaserfasernetzbetreiber und die bedrohen den Mittelstand", sagt Labonte.
Unwirtschaftliche Gebiete bleiben zurück
"Gerade jetzt, wo Bundesfinanzminister Lindner keinen Spielraum für höhere Ausgaben sieht, sollte er den strategischen Überbau schnell unterbinden", fordert Labonte, "denn dadurch werden Kommunen, speziell in ländlichen Regionen, wo der Bau nur eines Glasfasernetzes wirtschaftlich ist, nicht flächendeckend ausgebaut. Es bleiben unwirtschaftliche Gebiete zurück, die später nur über Fördermittel, also unser aller Steuergelder in Milliardenhöhe, mit Glasfaser versorgt werden können." Dies werde auch durch das aktuelle Gutachten von WIK-Consult gestützt, so Labonte abschließend.
Claudia Boss-Teichmann 30.10.2023

