Stellenabbau
Sunrise plant Stellenabbau

Das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Sunrise plant, im ersten Quartal 2024 rund 200 Stellen abzubauen. Dies könnte auch zu 180 Entlassungen führen, so die Telco.
Entlassungen voraussichtlich ab Mitte Januar 2024
Ziel der Maßnahme sei es, die Unternehmensstrukturen insgesamt weiter zu verschlanken, so das Unternehmen. Betroffen seien eine "Vielzahl von Führungspositionen und Funktionen ohne direkten Kundenkontakt. Sunrise Shops und Kundendienst mit direktem Kundenkontakt stehen nicht im Fokus des Stellenabbaus". Die geplanten Entlassungen würden jetzt mit der Arbeitnehmenervertretung und der Gewerkschaft syndicom geprüft. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens wolle Sunrise über die Kündigungen entscheiden und diese ab Mitte Januar bis spätestens Ende März 2024 vornehmen, wobei die Mehrheit der Entlassungen im Januar erfolgen solle. Geprüft wird der Abbau von 200 Stellen, was zu rund 180 Entlassungen (6.6 Prozent der Gesamtstellenzahl) führen könnte. Die übrigen Stellen sollen durch interne Veränderungen und Frühpensionierungen abgebaut werden.
"Seit der Fusion und Integration haben wir das Unternehmen stark weiterentwickelt und fit gemacht für die Zukunft. Die vielen bereits umgesetzten Projekte und Massnahmen führen dazu, dass wir unsere Unternehmensstruktur verschlanken, um unsere Beweglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit am Markt weiter zu erhöhen, und die Basis für ein stabiles Wachstum in den kommenden Jahren zu legen", sagt André Krause, CEO von Sunrise. "Ich bin froh, dass wir im Falle von Entlassungen - dank der guten Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmendenvertretung und der Gewerkschaft syndicom - einen Sozialplan anbieten, mit dem Mitarbeitende nicht nur finanziell unterstützt werden", so Krause weiter.
Sunrise gehört dem US-Kabelnetzbetreiber Liberty Global mit Sitz in London, der Sunrise im August 2020 über seinen dortigen Kabelnetzbetreiber UPC kaufte und die Unternehmen zusammenlegte. Der Stellenabbau ist Folge der Fusion der beiden Unternehmen. Sunrise-Chef André Krause sagte, es ginge um "Fusion und Integration". Es werde ein Sozialplan angeboten.
Kundenverluste nach Preiserhöhung im Sommer
Der zweitgrößte Netzbetreiber der Schweiz hatte nach einer Preiserhöhung Anfang Juli 2023 Kunden verloren. Vom Juli bis September kündigten 7.400 Internetkunden und 29.200 neue Mobilfunkkunden wurden gewonnen, im Vorjahresquartal lag die Zahl der Neukunden noch bei 42.000. "Das sind keine schlechten Zahlen, aber auch keine sehr starken Zahlen", sagte Krause.
Claudia Boss-Teichmann 27.11.2023

