
Ralph Dommermuth, CEO der 1&1 AG: "Mit der Freischaltung mobiler Dienste gehen wir nun den nächsten Schritt. Das 1&1 O-RAN ist jetzt voll funktionsfähig - ein wichtiger Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte." (Foto: 1&1)
Mobilfunk
Viertes Mobilfunknetz in Deutschland startet
Am 8. Dezember 2023 startete das vierte Mobilfunknetz in Deutschland. Dezember. Es ist jetzt voll funktionsfähig und ermöglicht die Nutzung von Smartphones auch unterwegs, teilt 1&1 mit. Um mobile Dienste freizuschalten, war es erforderlich, dass Telefónica Deutschland am Vortag das 5G National-Roaming bereitgestellt hat.
Der kommerzielle Betrieb des Netzes begann bereits vor etwa einem Jahr. Anfangs wurde jedoch nur ein 5G-basierter Internetzugang als Ersatz für das Festnetz angeboten.
Das "1&1 O-RAN" ist laut 1&1 das erste vollständig virtualisierte 5G-Netz in Europa, das auf der neuen Open-RAN-Technologie basiert. Wo das noch im Aufbau befindliche 5G-Netz von 1&1 von keine eigene Abdeckung hat, können Kunden automatisch das 2G/4G/5G-Netz von Telefónica Deutschland im Rahmen des erweiterten National Roaming nutzen. Ab Sommer 2024 will 1&1 das nationale Roaming planmäßig von Vodafone nutzen und die Vorleistungen von Telefónica Deutschland schrittweise reduzieren.
Die Technologie: Cloud-basiertes Open-RAN mit offenen Schnittstellen
Das Netz von 1&1 basiert auf der Open-RAN-Technologie. Das Herzstück des 1&1-Netzes ist eine private Cloud in dezentralen Edge-Rechenzentren, die über Glasfaser mit Gigabit-Antennen verbunden sind.
Die Netzsteuerung erfolgt über Software und Plattform von Rakuten sowie über ein Cloud-natives Kernnetz von Mavenir. Für die End-to-End-Integration des Netzes ist Rakuten Symphony verantwortlich.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Mobilfunknetzen trennt die Open-RAN-Technologie konsequent zwischen Software und Hardware. Die Steuerung der Antennen erfolgt nicht mehr vor Ort an den Funkmasten, sondern softwarebasiert in einer privaten Cloud, die 1&1 auf marktüblichen Standard-Servern in hunderten dezentralen Edge-Rechenzentren betreibt. Diese sind über Glasfaser mit Gigabit-Antennen verbunden. Dank standardisierter Schnittstellen könne mit verschiedenen Herstellern zusammengearbeitet werden: Bereits heute werden Produkte und Dienstleistungen von über 80 Unternehmen im 1&1 O-RAN eingesetzt, ohne von dominierenden Ausrüstern aus China abhängig zu sein, so 1&1.
Ralph Dommermuth, CEO der 1&1 AG, sagt: "Von Anfang an haben wir die Entwicklung der neuartigen Open RAN-Technologie genau verfolgt. Als Rakuten vor drei Jahren das erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz in Tokyo, Nagoya und Osaka startete, waren wir überzeugt: Das ist die Zukunft! Seitdem haben wir interne Spezialistenteams aufgebaut, ein starkes Partnernetzwerk etabliert und anstrengende Verhandlungen zum National Roaming erfolgreich abgeschlossen. Vor einem Jahr konnten wir mit der Einführung unseres ersten Services "5G zu Hause" die Funktionalität von Open RAN auch in Deutschland unter Beweis stellen. Mit der Freischaltung mobiler Dienste gehen wir nun den nächsten Schritt. Das 1&1 O-RAN ist jetzt voll funktionsfähig - ein wichtiger Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte."
Claudia Boss-Teichmann 08.12.2023

