
Nach Angaben des FRK-Vorsitzenden Heinz-Peter Labonte liegt die Beschwerdequote unter den Verbandsmitgliedern zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. "Das sind Quoten, bei denen man von seriösen Vertriebsunternehmen sprechen kann", sagt Labonte. (Foto: FRK)
Door-to-Door-Vertrieb
FRK: Unlautere Methoden bremsen Glasfaserausbau
Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) hat bei seinen Mitgliedern eine Umfrage zu unlauteren Methoden bei Haustürgeschäften (Door-2-Door-Vertrieb) durchgeführt. Demnach würden speziell bundesweit tätige Netzbetreiber mit Falschaussagen an der Haustür auffallen.
Über 22 Prozent der FRK-Mitglieder hätten an der Umfrage teilgenommen und fast 80 Prozent von unlauteren Methoden der Wettbewerber an der Haustür berichtet, so der FRK. Die Unternehmen, die hier genannt wurden, seien ausnahmslos bundesweit tätig. "Lokale, mittelständische Netzbetreiber setzen im D2D-Vertrieb auf lokal ansässige Partner", sagt der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte. "Die lokale Präsenz und Verbundenheit ist hierbei ein Qualitätsmerkmal für Seriosität und Transparenz." Durch einen unseriösen Haustürvertrieb entstünden bei bestehenden und potenziellen Kunden große Unsicherheiten, beklagt der FRK. Letztendlich wird nach Meinung des FRK dadurch nicht nur der Wettbewerb torpediert, sondern der gesamte Glasfaserausbau ausgebremst.
Keine Skrupel bei Haustürgeschäften
Laut FRK wurden FRK-Mitglieder beispielsweise mit folgenden Aussagen von Vertriebsmitarbeitern der Wettbewerber an der Haustür konfrontiert: "Wenn der angebotene Vertrag nicht unterschrieben wird, bleibt der Bildschirm dunkel", "die Antennengemeinschaft stellt den Betrieb ein", "der Eigentümer sitzt im Gefängnis", "Wenn nicht unterschrieben wird, verhindert man den Anschluss für den Nachbarn" oder "das Kabelnetz wird abgeschaltet". Zum Teil werde sogar versucht, Glasfaseranschlüsse in Regionen zu verkaufen, in denen die Glasfaser nur bis zu den Straßenverteilern reicht oder wo überhaupt kein Glasfaserausbau geplant ist.
Beschwerdequote bei Verbandsmitgliedern sehr niedrig
"Die Vertriebsunternehmen und Branchenverbände verweisen auf die zahlreichen Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter an der Haustür und beziehen sich gerne auf eine vermeintlich niedrige Beschwerdequote zwischen einem und zwei Prozent", kritisiert Labonte. "Aber die Realität sieht offenbar ganz anders aus, wie unsere Umfrage belegt." Zudem liegt nach Angaben des FRK-Vorsitzenden die Beschwerdequote unter den Verbandsmitgliedern zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. "Das sind Quoten, bei denen man von seriösen Vertriebsunternehmen sprechen kann", sagt Labonte. "Die FRK-Netzbetreiber stehen für einen fairen Wettbewerb sowie für einen ehrlichen und transparenten Haustürvertrieb. Nur so kommt der Glasfaserausbau in Deutschland voran", appelliert Labonte an die bundesweit tätigen Unternehmen.
Claudia Boss-Teichmann 15.12.2023

