ANZEIGE

Wegfall des Sammelinkassos für Kabelanschlüsse: Spontan können sich knapp 40 Prozent der betroffenen Haushalte einen Wechsel vorstellen, 36 geben an, beim Kabelanschluss bleiben zu wollen und rund ein Viertel der Befragten weiß noch nicht, was es tun wird (Grafik: AGF)

Wegfall Kabel-Umlage

Noch viele Mieter unentschieden

Ab dem 1. Juli 2024 entfällt das Sammelinkasso. Das bedeutet für Mieter, dass sie vorher eine Entscheidung über ihren zukünfitgen TV-Empfangsweg treffen müssen. Bisher haben sich aber noch nicht allzu viele der betroffenen Haushalte in Deutschland zu diesem Thema Gedanken gemacht, wie eine aktuelle Studie nahelegt.
 
Laut einer jetzt veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung haben sich erst 14,0 Prozent der Befragten aus den betroffenen Haushalten bisher mit der Thematik beschäftigt. Die Interviews wurden zwischen dem 21.08. und 15.10. 2023 durchgeführt.
 
Von allen Befragten geben rund 36 Prozent spontan an, beim Kabelanschluss bleiben zu wollen. Rund ein Viertel weiß noch nicht, was es tun wird. Etwa 40 Prozent könnten sich vorstellen, die Empfangsart zu wechseln: Von diesen Wechselwilligen kann mehr als die Hälfte noch keine konkrete Angabe machen, welche Empfangsart sie wählen würden, jeder Dritte nennt Fernsehen über das Internet als mögliche Alternative zum bisherigen Kabelanschluss und 11,6 Prozent nennen Satellit oder DVB-T2.
 
Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, sagt: "Im Wegfall des Nebenkostenprivilegs liegt eine große Chance für unterschiedliche Distributoren und Angebote, die bereits im Markt etabliert sind. Daneben muss berücksichtigt werden, dass die Anzahl und die Nutzung der Smart TVs in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, so dass wir mit Spannung darauf schauen, wie sich auch die sogenannten 'Cord-Cutter' entwickeln werden - potenziell sind 6,6 Millionen Haushalte in den nächsten Monaten empfänglich für neue Angebote."

Weitere Ergebnisse: Internetnutzung erreicht neuen Höchstwert

Aus der aktuellen Plattformstudie geht zudem hervor, dass die Internetnutzung inzwischen bei 90,6 Prozent liegt und damit einen neuen Höchstwert erreicht.
 
Wer online das Videoangebot der TV-Sender oder Streaminganbieter nutzt, tut das nach wie vor am liebsten am Big Screen: 87,3 Prozent der Nutzer von Netflix streamen über den Big Screen, bei Amazon Prime Video sind es 83,4 Prozent, bei Disney+ 76,1 Prozent und bei den Online-Angeboten der Sender 74,2 Prozent. Kurze Clips und Nachrichten werden dagegen bevorzugt auf dem Smartphone geschaut: Von den Youtube-Nutzern streamen 76,5 Prozent auf dem kleinen Screen, bei den Rezipienten von Videos auf Nachrichtenportalen sind es 66,2 Prozent.
 
Nach einer deutlichen Steigerung der Streamingnutzung von der Frühjahrswelle 2022 zur Frühjahrswelle 2023, bleibt der Wert mit jetzt 68,4 Prozent zu 68,2 Prozent nahezu stabil.
 
Inzwischen nutzen Menschen aller Altersgruppen Streamingangebote: 89,3 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen haben in den letzten vier Wochen ein Online-Video-Angebot der TV-Sender oder Streaming genutzt, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 88,2 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 76,5 Prozent und bei den Nutzern über 65 sind es immerhin 44,5 Prozent. In der Herbstwelle 2023 gibt erstmals über die Hälfte der Befragten an, ein kostenpflichtiges VoD-Angebot genutzt zu haben.

Zur Studie

Für die Plattformstudie befragt das Marktforschungsinstitut Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung seit 2011 zweimal im Jahr pro Welle ca. 2.500 Teilnehmer aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren in TV-Haushalten. Die Studie wird in den Haushalten der Befragten durchgeführt. Neben einem ausführlichen Interview zu Soziodemographie, Online- und Streamingnutzung, Ausstattung der TV-Geräte und empfangbaren Programmen werden die Angaben überdies durch Begutachtung der Geräte und Einschaltung von Programmen validiert.
 

Weitere Webseiten