
VATM-Geschäftsführer Frederich Ufer fordert von der Politik dringend ein verlässliches Leitbild für die Digitalisierung Deutschlands. Besonders im TK-Markt seien die Probleme dramatisch (Foto: VATM)
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"So werden wir die Ausbauziele 2030 nicht erreichen können"
Bei der Veranstaltung Tele-Kompass in Berlin am 20. Februar des VATM forderte der Telekommunikationsverband von der Politik ein verlässliches Leitbild für die Digitalisisierung in Deutschland. Die sieht der Verband zunehmend in Gefahr: Kleinteilige, punktuelle Lösungen als Minimalkonsens würden die Digitalisierung und den Ausbau hochleistungsfähiger Netzinfrastrukturen gefährden, wobei sich die Probleme besonders dramatisch im TK-Markt entwickelt hätten, ohne dass auch nur im Ansatz politische Lösungen in Sicht wären. "So werden wir die Ausbauziele 2030 nicht erreichen können", sagte VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer laut Mitteilung des VATM. Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Euro drohten aus Deutschland abgezogen zu werden.
"Der Politik gelingt es offenkundig nicht mehr, die Probleme zu erkennen und zu analysieren. Wir stehen vor einem Desaster", so Ufer. Daher sei schnellstens ein verlässliches Leitbild 2030 nötig, auf das sich die Politik verständigen müsse.
Deutschland brauche ein "Digitalisierungswunder", betonte auch VATM-Vizepräsidentin Valentina Daiber, Vorstand Recht und Corporate Affairs Telefónica Deutschland – aufbauend auf mehr Vertrauen in die Kräfte des Marktes, mit fairem Wettbewerb statt Rückfall in Monopolstrukturen und möglichst wenig Bürokratie.
Im Rahmen des politischen Austauschs beim VATM-Tele-Kompass unterstrich auch Gastredner Prof. Dr. Achim Wambach, Präsident des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsförderung und ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission in seinem Impulsvortrag, die Bedeutung eines solches Leitbildes für Investitionen und Digitalisierung.
Wettbewerb sei ein entscheidender Treiber für das Erreichen von Ausbauzielen. "Ohne Wettbewerb verbleibt ein staatlich dominiertes Unternehmen, das den geringsten Anreiz hat, die Ausbauziele zu erreichen," sagte Wambach.
"Wir freuen uns, dass sich heute Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin beim BMDV sowie die digitalpolitischen Experten von allen relevanten Bundestagsfraktionen der engagierten Diskussion stellen", so Ufer. "Die Politik hat sehr wohl erkannt, worum es hier und heute geht: um nicht weniger als die politische Handlungsfähigkeit und damit um die Zukunft Deutschlands."
Claudia Boss-Teichmann 21.02.2024

