
Christian Heinkele (l.) moderierte eines der Panels der Media Hall, in denen es um die Entwicklung von FAST ging. Hier gaben Christian Russ von Samsung (2. v. l.), Linette Zaulich von ZDF Studios (2. v. r.) und Nicole Ferguson vom GroupM Competence Center ihre Erfahrungen weiter. (Foto: Marc Hankmann)
Fiberdays 24
FAST kommt, aber nicht so schnell
Das Free Ad Supported Streaming TV, kurz FAST, wächst in Deutschland weiter, aber nicht so schnell, wie sich das so mancher Anbieter vielleicht erhofft hat. So lautet das Fazit aus der Media Hall, die im Rahmen der alljährlichen Fiberdays (27.-28.02.) inzwischen zum dritten Mal aktuelle Trends aus den audiovisuellen Märkten beleuchtet.
Christian Russ, Head of Sales DACH & UK Business Development bei Samsung Ads sieht wie die übrigen Marktteilnehmer, die auf der Bühne der Media Hall standen, einen deutlichen Trend hin zu mehr non-linearer Nutzung. Die Hälfte der 10,5 Millionen Samsung-TV-Geräte, die in deutschen Wohnzimmern stehen, wird für Subscription Video on Demand (SVoD) genutzt, 44 Prozent für sogenannten Creator Content, also YouTube oder Twitch, und zu einem Drittel für FAST.
Zusätzliche Reichweite
Dass diese Anteile steigen werden, stand für die Experten auf den Fiberdays außer Frage, allein schon weil die Marktdurchdringung mit Smart-TVs, die auch online sind, weiter zunehmen werde. So konnte Samsung laut Russ die Reichweite um 30 Prozent und die Verweildauer um 50 Prozent steigern. "Es gibt eine Reichweite, die sich nicht mit der Mediathek oder dem linearen ZDF überschneidet", fasste Linette Zaulich, Director Unscripted bei ZDF Studios, in dem vom Christian Heinkele moderierten Panel, der auch der Initiator der Media Hall ist, die Attraktivität von FAST für werbende Unternehmen zusammen.
Daten und Marken sind notwendig
Das Problem: Oftmals können die FAST-Anbieter ihren Werbekunden keine Informationen über das inhaltliche Umfeld geben, in dem ihre Werbung läuft, weil ihnen dazu die Daten der Content-Inhaber fehlen. Solche Daten sind für den Erfolg von FAST jedoch unerlässlich, um Netto-Reichweiten aufzuzeigen und Werbung gezielt auszuspielen – Stichwort Targeted Advertising. "FAST wird nur dann ein Erfolg, wenn die Werbung programmatisch eingespielt werden kann“ ist sich Clemens Schwaiger, Associate Partner bei McKinsey, sicher.
Sport und Musik funktionieren gut
Allerdings geht es nicht so schnell, wie von einigen erhofft. "Lineare Sehgewohnheiten und Werbeausgaben wechseln nicht so schnell in den non-linearen Bereich", sagte Lisa Eller, Head of Brand Partnerships DACH bei DAZN in der Media Hall der Fiberdays. Und auch wenn die inhaltliche Qualität der FAST Channels steigt, ist Teresa Alonso López, Vice President, Content Partnerships bei whaleOS & rlaxx TV, doch öfter erstaunt darüber, welcher Content unter den Top 5 landet. "Das ist immer noch stark länderabhängig und ändert sich auch schnell", sagte López in Wiesbaden. Fest steht, das Sport und auch Musik Inhalte sind, die im FAST-Kosmos gut funktionieren. "Auch die Marke ist ein entscheidender Faktor" fügte Schwaiger hinzu, denn sie trage dazu bei, Sichtbarkeit zu schaffen, sodass FAST Channels im überbordenden Angebote an Videoinhalten gefunden werden.
Autor: Marc Hankmann
Claudia Boss-Teichmann 29.02.2024

