
ZVEI fordert nachhaltige Breitbandförderpolitik
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) fordert von der Politik einen nachhaltigen und flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser zur fördern. Die Aussagen von ZVEI beziehen sich auf das geplante Breitband-Förderprogramm des Bundes, das in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll.
"Unser Ziel muss ein Spitzenplatz unter den Industrienationen bei der Breitbandversorgung sein. Ressourcen und Investitionen müssen sich daher auf Netzausbauten konzentrieren, die auch hinreichend Reserven für die nächsten Jahrzehnte bieten", sagt Herbert Strobel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Satellit & Kabel. "Mit Glasfaser und Hybrid-Fiber-Coax- (HFC)-Kabelnetzen mit dem nächsten Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 stehen hierfür bereits geeignete Technologien bereit."
ZVEI befürchtet, dass die Förderung in andere Techniken geht, die nur kurzfristig auf die Ziele ausgelegt sind. Aus diesem Grund hat der Verband neun Forderungen an die Politik formuliert:
- Perspektivische Ziele sollen bis 2030 erweitert werden. Bis dahin sollen Unternehmen und Privathaushalte Zugang zu Bandbreiten im Gigabit-Bereich erhalten.
- Nicht nur die Download-Raten sollen betrachtet werden, sondern auch die Upload-Geschwindigkeit.
- Alle geeigneten Technologien und Anbieter jeder Größe sollen gefördert werden, sollten sie den flächendeckenden Ausbau ermöglichen.
- Das Ausschreibungs- und Förderverfahren soll vereinfacht werden, sodass auch mittlere und kleinere Anbieter eine Möglichkeit darauf erhalten.
- Wirksame Förderprogramme für den Ausbau schwierig erschließbarer ländlicher Gebiete sollen mit Zukunftstechnologien geschaffen werden.
- Bereits getätigte Investitionen dürfen nicht entwertet werden. Aus diesem Grund sollen existierende NGA-Netze nicht durch geförderte Maßnahmen überbaut werden.
- Positive Rahmenbedingungen für eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in unter- und unversorgte Regionen müssen geschaffen werden.
- Die Politik sollte einen Bundesnetzausbauplan entwickeln, der einen Verhältnis-Ausbau von Stadt und Land sowie die Einbindung einer Datenverkehrsprognose berücksichtigt.
- Fördermittel sollten nur an nachhaltige, leistungsstarke und zukunftsfähige Breitbandstrukturen vergeben werden.
Felix Mohring 13.07.2015

