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Leicht genervt und verhalten optimistisch: die Podiumsteilnehmer von Deutsche Giganetz, Deutsche Glasfaser, Deutsche Telekom, Net Cologne, Unsere Grüne Glasfaser (UGG) und Vodafone auf dem "Gigabitgipfel" am 14. Mai auf der ANGA COM (Foto: cbt)

ANGA COM 2024

Gigabitgipfel: Konsolidierung oder Kooperationen?

Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsleitung Vodafone Deutschland, sieht den Glasfaserausbau in Deutschland auf der Überholspur und fordert noch mehr Tempo, Andreas Pfister, CEO Deutsche Glasfaser, ordnet ihn dagegen auf dem Standstreifen ein.
 
So unterschiedlich die Bilder waren, die auf dem „Gigabit-Gipfel: Kooperation oder Konsolidierung“ am 14. Mai auf der ANGA COM gewählt wurden, um den Status Quo des Netzausbaus zu beschreiben, so relativ einheitlich war die Stimmung der Podiumsteilnehmer von Deutsche Giganetz, Deutsche Glasfaser, Deutsche Telekom, Net Cologne, Unsere Grüne Glasfaser (UGG) und Vodafone: verhalten bis frustriert über die immer gleichen Diskussionen, die geführt werden.

Aktivere Rolle der Bundesnetzagentur gefordert

Es müsse dringend etwas passieren, damit das größte Infrastrukturprojekt in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg nicht ins Stocken gerate, so der Tenor der Telekom-Mitbewerber. Und in Richtung Politik wurde gefordert: „Wir brauchen eine aktive und nicht nur moderierende Bundesnetzagentur (BNA) so Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, über seine Erwartungen an deren Rolle bei der Kupfer-Glasfaser-Migration.

Und täglich grüßt der Überbau

Nicht zuletzt wurde erneut der aus Sicht der Telekom-Wettbewerber deren wettbewerbswidriger Überbau als Ausbaubremse ins Feld geführt: Mittlerweile sind über 400 Fälle bei der Monitoringstelle der BNA gemeldet. Dieses Problem sei relativ einfach zu lösen, sagte Jens Prautzsch, CEO von UGG: Durch eine Ausbauliste, in der dokumentiert würde, wer wo ausbauen möchte, insbesondere die Deutsche Telekom.
 
Unerschütterlich, aber ebenfalls leicht gereizt argumentierte Wolfgang Metze, Geschäftsführer Privatkunden Telekom Deutschland. Er wiederholte das Mantra, das von Seiten der Telekom auf den Podiumsdiskussionen bereits oft zu hören war: „Es gibt keinen strategischen Überbau“. Die Überbaudebatte sei eine Scheindebatte und betreffe nur fünf Prozent der Ausbaugebiete, in denen sich die Wettbewerber begegneten.

Handtuchwerfer und Geisternetze?

Die Deutsche Telekom baue immer mehr Glasfaser aus und werfe keineswegs das Handtuch auf den Bürgersteig, sondern steigere die Zahl der angeschlossenen Kunden, so Metze. In diesem Jahr werde die Zahl von 10 Millionen angeschlossenen Haushalten erreicht. Metze wiederholte, dass sich die Telekom zu Open Access und Kooperationen bekenne, ein Drittel ihrer Glasfaserausbauprojekte würden in Kooperation realisiert. Er appellierte an alle, sich auf die „wirklichen Probleme“ zu konzentrieren, die den Ausbau beschleunigen könnten und alle Marktteilnehmer beträfen: hohe Kosten, Arbeits- und Fachkräftemangel, keine digitalisierten Prozesse im Austausch mit Behörden und Kommunen und unterschiedliche kommunale Ausbaustandards.
 
Die Erwartungen an die Zukunft? Alle Geschäftsmodelle stehen auf dem Prüfstand", so Jens Budden. Gründe seien verunsicherte Anleger und hohe Zinsen.
 
Andreas Pfister, CEO von Deutsche Glasfaser, widersprach den Klagen über eine zu geringe Take-up-Rate: „Wir sehen kein mangelndes Interesse der Endkunden an Glasfaser.“ Je mehr investiert werde, desto mehr Kunden würden die Vorteile von Glasfaserprodukten erkennen.
 
Michael Jungwirth sah eine Tendenz zur Remonopolisierung im Festnetz und befürchtete, "dass wir am Ende mit einem Geisternetz der Deutschen Telekom dastehen" mit Glasfaser bis zur Bordsteinkante und keinen angeschlossenen Kunden.
 

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