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Der Anteil der gigabitfähigen Homes-Passed-Haushalte in Deutschland stieg vom vergangenen Jahr um 2,2 Millionen auf 45,9 Mio. Haushalte und KMU (inkl. Doppelzählungen, jeweils zum Halbjahresende. Der Zuwachs beträgt rund 2 Prozentpunkte. (Grafik: DIALOG CONSULT/VATM)

Gigabit-Studie

Gigabit-Versorgung steigt kontinuierlich, aber langsam

Mitte 2024 wird es in Deutschland 45,9 Millionen mit Gigabit über Glasfaser- und/oder HFC-Netze versorgbare Haushalte geben. Das sind über 2 Millionen mehr als Ende 2023. So lautet ein Ergebnis der 6. Gigabit-Studie 2024, die DIALOG CONSULT und VATM am 14. Mai vorgestellt haben.

Gigabit: Wettbewerber bedienen 90 % der Nachfrage

Rechnet man die mit Glasfaser und HFC doppelt versorgbaren Haushalte heraus, liegt die Gigabit-Versorgungsquote bei 78,6 Prozent und damit bei 35,9 von 45,7 Millionen Haushalten/KMU. Wie in den Vorjahren beträgt der Zuwachs rund 2 Prozentpunkte.
 
Mit 36,7 Millionen von Wettbewerbern der Deutschen Telekom erreichbaren Haushalten (80 %) schaffen diese nach wie vor die entscheidende Basis für die Gigabit-Gesellschaft, so der VATM. Mehr als 90 % der Nutzer beziehen ihren Gigabit-Anschluss (Homes Activated) von einem Wettbewerbsunternehmen. Die Versorgung der Bevölkerung wird dabei maßgeblich durch HFC-Netze sichergestellt, wobei auch diese Carrier zunehmend FTTB/H-Anschlüsse bauen oder darauf umrüsten.

Glasfaseranschlüsse und Take-up-Rate

Im FTTB/H-Markt wurden bis zum Ende des ersten Halbjahres 2024 insgesamt 5,7 Millionen Glasfaseranschlüsse von den Wettbewerbern betriebsfertig (Homes Connected) gebaut. Insgesamt steigt die Glasfaserversorgungsquote im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte auf 17,7.
 
Während die Wettbewerber eine Take-up-Rate von 35 % erreichen, verzeichnet die Telekom nur 13 %. "Bei der Telekom geht es ganz vornehmlich um Handtuchwerfen zur Investitionsverdrängung und einer lukrativeren Weiterversorgung mit Kupfer DSL", bewertet Studienleiter Andreas Walter.

Gigabit-Effekt: mehr Datenvolumen und hochbitratige Anschlüsse

Eine wachsende Anzahl von Verbrauchern erkennt die Vorteile von Gigabit-Anschlüssen und verlangt nach höheren Bandbreiten. Im ersten Halbjahr 2024 ist das über gigabitfähige Anschlüsse erzeugte Datenvolumen pro Anschluss und Monat um gut 7 % gewachsen und liegt bei durchschnittlich 435 Gigabyt. "Wir sehen durchaus einen Gigabit-Effekt: Hochbitratige Anschlüsse stehen bei den Kundinnen und Kunden trotz höherer Preise hoch im Kurs", führt Walter aus.

VATM fordert stärkere Regulierung der Telekom

Fazit von Studienleiter Andreas Walter: "Es zeigt sich eine unvermindert große Marktbeherrschung der Telekom und ihre Strategie der Marktmachtübertragung beim Ausbau der Glasfasernetze mit enormen negativen Auswirkungen für die Digitalisierung und unseren Wirtschaftsstandort".
 
VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer fordert daher, dass die Bundesnetzagentur die Telekom stärker regulieren müsse. "Zum Gesamtbild gehört auch, dass die Telekom ihren Marktanteil bei DSL zuletzt sogar noch um 100.000 Anschlüsse ausbaut (siehe VATM-Marktstudie 2023) und damit den strategischen Überbau durch Rosinenpicken finanzieren kann", so Ufer.
 
VATM-Präsident David Zimmer plädiert für ein effizienteres Monitoring gegen marktmissbräuchlichen Überbau: "Hierfür sollten die Ausbauplanungen der Telekom vorab in eine (nicht öffentliche) Ausbauliste eingetragen werden, wie es bereits vom Bundeskartellamt als erforderlich bei der Genehmigung des Telekom-Joint Ventures Glasfaser Nordwest angesehen hat".
 
Die 6. Gigabitstudie kann hier auf der Website des VATM heruntergeladen werden.
 
 

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