
Die Deutsche Telekom bereitet die deutschen Fußballstadien aktuell auf die Fußball-Europameisterschaft vor (Foto: Deutsche Telekom)
Telekommunikation
Telekom bereitet Fußballstadien auf EM vor
Zur Fußball-Europmeisterschaft rüstet die Deutsche Telekom die deutschen Fußballstadien technologisch auf. Dafür hat der Bonner Telekommunikationskonzern sein Mobilfunknetz in allen zehn Spielorten der Sportveranstaltung erweitert. Insgesamt wurden für das Großereignis rund 750 neue 5G Antennen in den Stadien verbaut. 300 davon versorgen die Tribünen mit den Fans, etwa 450 die Indoor-Bereiche wie Katakomben und Medienbereiche, so die Telekom.
Rund um die Stadien sollen 38 temporäre Versorgungen von Fanzonen, Bahnhöfen oder Mannschaftsquartieren für eine gute Mobilfunk-Verbindungen sorgen. Für die Festnetzanbindung der Stadien installiert die Telekom rund 65 neue Kilometer Glasfaser, um die Live-Bilder von den Spielen in die Welt zu schicken. Weit über 2.000 Signal-Verteiler (Switche) und Anschlusspunkte für WLAN und Kabel bringt die Telekom in die Stadien.
Übertragung auf der schnellen 3,6-Gigahertz-Frequenz
Die Telekom setzt bei dem Stadienausbau auf die 3,6-Gigahertz-Frequenz, die eine besonders schnelle Übertragung ermöglicht. In neun von zehn Stadien kommt diese Frequenz zum Einsatz. Nur in Köln sei das aktuell aus statischen Gründen nicht machbar. Zusätzlich setzt die Telekom 5G und LTE auf den Frequenzbändern 900 Megahertz, 1,8 Gigahertz, 2,1 Gigahertz und 2,6 Gigahertz ein. In allen zehn Stadien ist die erweiterte Mobilfunk-Versorgung bereits einsatzbereit. Die Technik werde auch nach dem Turnier in den Stadien verbleiben, so die Telekom.
Mehr Power für die Fanzonen
Für die UEFA EURO 2024™ erweitern die Technikteams außerdem bestehende Standorte und setzen 38 temporäre Lösungen ein. Das sind mobile Antennen, die über einen bestimmten Zeitraum Mobilfunk für stark besuchte Gebiete liefern. Die größte Fanmeile in Berlin am Reichstag bekommt für das Turnier ebenso eine Sonderversorgung wie die Fanzonen und Public Viewings in Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Köln und Stuttgart.
Zum Einsatz kommt dabei 18 mal der "Mobilfunkmast to go". Dieser Container mit 5G- und LTE-Antennen ist eine eigene Innovation der Telekom und kann laut Telekom innerhalb kürzester Zeit aufgestellt und eingesetzt werden.
65 Kilometer neue Glasfaser-Leitungen in den Stadien
Auch das Festnetz spielt in den Stadien der UEFA Euro 2024 eine bedeutende Rolle. Insgesamt werden in den Stadien rund 65 Kilometer Glasfaser neu verlegt. Hauptaufgabe der Festnetz-Verkabelung in den Stadien sei es, den Medien ausreichend Kapazität und Geschwindigkeit für ihre Berichterstattung in Bild und Ton zur Verfügung zu stellen, erläutert die Telekom. Dafür werden in den Stadien neben den Glasfaserleitungen über 900 zusätzliche Switche und über 1.300 Access Points installiert. Switche sind Verteiler, die die Kommunikation in alle Ecken bringen. Über die Access Points bekommen Medien, Helfer und Offizielle dann ihren Datenzugang per WLAN. Zusätzlich versorgen 53 5G-Router die Medien mit schnellem Internet über Mobilfunk. Kritische Bereiche wie die Medien-Tribüne werden mit speziellen Hochverfügbarkeitslösungen gegen Ausfälle abgesichert. Die Hardware könne nach dem Turnier zum Teil in den Stadien weiter genutzt oder von der Telekom bei anderen Veranstaltungen eingesetzt werden.
Die Erweiterung der Stadiontechnik ist für Großereignisse wie die UEFA Euro 2024 ist laut Telekom unbedingt erforderlich. um Finale im Berliner Olympiastadion werden beispielsweise rund 1.200 Medienvertreter erwartet. Bei einem normalen Ligaspiel sind es etwa 80. Der Großteil der Switche ist bereits in den Stadien eingebaut und auch die Verkabelung ist zum Teil fertig. Die noch ausstehenden Arbeiten könnten erst jetzt nach dem Ende der Bundesligasaison starten, wenn die Stadien dafür freigegeben seien.
Glasfaser für die Bilder, die um die Welt gehen
Jedes Stadion ist mit zwei redundanten Glasfaserleitungen an das Internationale Sendezentrum der UEFA (IBC) in Leipzig angebunden. Dadurch sei sichergestellt, dass diese beiden Verbindungen komplett getrennt voneinander durch das Netz der Telekom geführt werden. Vom IBC gehen die Signale als Fernsehbilder in die Welt. Jede der Glasfaser-Leitungen hat dafür eine Kapazität von 200 Gigabit pro Sekunde, Insgesamt können also im IBC vier Terabit pro Sekunde an Daten gleichzeitig über die Glasfaseranbindungen ankommen. Vom IBC in Leipzig werden die Signale über die Glasfaser der Telekom auch in die 14 offiziellen Fanzonen der UEFA übertragen, wo Public Viewings für die Fans stattfinden.
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Claudia Boss-Teichmann 27.05.2024

