
Das Hauptgebäude von AVM an der Spree (Foto: AVM)
Übernahme
AVM an Finanzinvestor verkauft
Die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter des Berliner Kommunikationsspezialisten AVM haben die Mehrheit ihrer Anteile an das europäische Family Office Imker Capital Partners verkauft. Laut AVM behalten die Gründer einen Minderheitsanteil und werden dem Unternehmen als Mitglieder eines Beirats verbunden bleiben.
Zur Höhe des Verkaufspreises und des Minderheitsanteils macht AVM keine Angaben. In Finanzkreisen wurde der Unternehmenswert zwischen 750 Millionen und einer Milliarde Euro taxiert. Eine Sprecherin von AVM teilte auf Anfrage mit, dass die Verträge unterschrieben seien und der Übergang der Geschäftsführung zum 1. September geplant sei.
Dass AVM zum Verkauf steht, war im September letzten Jahres durch einen Bericht des Handelsblatts bekannt geworden: Firmenchef Johannes Nill und seine zwei Mitgeschäftsführer Peter Faxel und Ulrich Müller-Albring, die das Unternehmen seit der Gründung 1986 führen, würden einen Generationswechsel planen. Dem Handelsblatt gegenüber hatte AVM erklärt: "Inzwischen gehen die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter von AVM bereits auf die 70 zu. Ihnen ist wichtig, dass der Erfolg von AVM weitergeht, auch wenn sie eines Tages nicht mehr im Unternehmen sind."
Johannes Nill, CEO und Sprecher der Geschäftsführung: "Wir sind den Generationswechsel aktiv und systematisch angegangen, um den Erfolg von AVM fortzuschreiben. Wir freuen uns, Imker als neuen Investor zu begrüßen, da sie unsere Vorstellungen zur Zukunft von AVM teilen. Das Engagement von Imker ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens und wird die Fähigkeit von AVM, innovative Lösungen anzubieten, weiter fördern." AVM strebe Wachstum durch neue Produkte und eine verstärkte Internationalisierung an.
AVM ist in Europa einer der führenden Hersteller von Produkten für den Breitbandanschluss und Smart Home. Die Abkürzung AVM steht für "Audiovisuelles Marketing" und bezieht sich auf die Anfänge des Unternehmens als Dienstleister für Bildschirmtext (BTX). Im Jahr 2004 brachte AVM die erste FRITZ!Box auf den Markt. Die ursprüngliche Version, die FRITZ!Box SL, war speziell für DSL-Anschlüsse konzipiert und bot erstmals eine integrierte Telefonie-Lösung für den heimischen Internetanschluss. In Deutschland surft laut AVM mittlerweile gut jeder zweite Haushalt mit einer FRITZ!Box. Seit 2004 hat AVM am Berliner Hauptsitz rund 90 Modelle entwickelt und über 60 Millionen Geräte in Deutschland und Europa produziert.
Im Jahr 2023 erzielte der Berliner Kommunikationsspezialist mit 890 Mitarbeitenden einen Umsatz von 580 Millionen Euro.
Claudia Boss-Teichmann 10.07.2024

