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Im Juni 2021 fiel der Startschuss für den Glasfaserausbau im Neckar-Odenwald-Kreis. Der Ausbau soll nun 2026 statt wie ursprünglich geplant 2024 beendet sein und 15 Millionen Euro mehr kosten. (Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis)

Glasfaserausbau

Ausbau der BBV dauert zwei Jahre länger als geplant

Der Glasfaserausbau im Neckar-Odenwald-Kreis durch die Breitbandversorgung Deutschland (BBV) hat in den letzten Monaten erhebliche Verzögerungen erfahren. Wie BBV mitteilt, seien dafür vor allem die eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verantwortlich. Inflation, hohe Kapitalkosten und begrenzte Baukapazitäten führten dazu, dass die Geschwindigkeit bei der großflächigen Erschließung neuer Projekte angepasst werden musste. Dies hat auch Auswirkungen auf die geplanten Investitionskosten, die nun um 15 Millionen Euro auf insgesamt etwa 135 Millionen Euro erhöht wurden, wie BBV bestätigt.

Baufortschritt und aktuelle Prioritäten

Der Glasfaserausbau im Neckar-Odenwald-Kreis begann im Juni 2021, finanziert durch den Infrastrukturinvestor Infracapital mit einer ursprünglichen Investitionssumme von 120 Millionen Euro. Es war geplant, bis Ende 2024 alle 27 Städte und Gemeinden im Kreis zu erschließen. 
Zu Beginn des Ausbaus gab es Erfolgsmeldungen: So hatten sich vor Ausbaubeginn im Juni 2021 rund 24.000 Haushalte und Gewerbebetriebe für einen Glasfaseranschluss der BBV entschieden. Im Juni 2022 vermeldete die BBV, dass der Ausbau in einem Drittel der Kommunen bereits angelaufen sei.
 
Bis Oktober 2023 waren laut BBV etwa 50 Prozent der Bauarbeiten abgeschlossen. Aufgrund der genannten Probleme in der Baubranche wird das Ausbauziel um zwei Jahre verfehlt.
BBV konzentriert sich nun verstärkt darauf, die bereits gebauten Glasfaser-Internetanschlüsse in Betrieb zu nehmen. Diese strategische Anpassung wurde auch den Ansprechpartnern in den Kommunen und Landkreisen in persönlichen Gesprächen mitgeteilt. Zusätzlich plant das Unternehmen, bei laufenden Bauarbeiten anderer Anbieter Rohre und Kabel mitzuverlegen, um den Ausbau effizienter zu gestalten.

Take-up-Rate und Open Access

Laut Unternehmensangaben ist BBV mit der bisherigen Take-up-Rate, also der Rate der Kunden, die sich für einen Anschluss entschieden haben, zufrieden. Das Unternehmen sieht jedoch noch weiteres Potenzial, das es durch eine aktive und erfolgreiche Bauvermarktung sukzessive heben möchte. Genaue Zahlen zur Anzahl der gebuchten Anschlüsse wollte BBV aus Wettbewerbsgründen nicht bekanntgeben.
 
Derzeit sind im Netz der BBV im Neckar-Odenwald-Kreis die Angebote der BBV-eigenen Marke "toni." buchbar. BBV zeigt sich offen für Gespräche mit weiteren interessierten Carriern, um das Netz auch für andere Anbieter zugänglich zu machen. Im Mai 2024 wurde zudem eine Open-Access-Allianz gegründet, an der BBV über die Infrafiber-Gruppe beteiligt ist (siehe dazu: Vier Glasfaseranbieter vereinbaren Open Access, 13.05.2024). Diese Allianz soll den schnellen und flächendeckenden Ausbau der Glasfasernetze vorantreiben und die Wirtschaftlichkeit der Investitionen verbessern.

Zukunftsperspektiven

Trotz der aktuellen Herausforderungen plant die BBV, in diesem Jahr eine mittlere fünfstellige Zahl an Gebäudeeinheiten im Ausbaugebiet mit einer hochmodernen Glasfaser-Infrastruktur zu erschließen. Die Fortführung einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit soll laut BBV dazu beitragen, das Verständnis bei den kommunalen Partnern sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu fördern und den Fortschritt des Ausbaus transparent darzustellen.
 

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