
Diskutierten über die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit der Telekommunikationsverbände: (v.l.) Wolfgang Heer, Geschäftsführer BUGLAS, Jeffrey Al-Ali, Leiter Recht und Regulierung beim VATM und FRK-Vorsitzender Heinz-Peter Labonte (Foto: cbt)
FRK-Breitbandkongress 2024
"Der Politik als Branche Ideen vorgeben"
Die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit der Telekommunikationsverbände war Thema der ersten Paneldiskussion beim BreitbandKongress des FRK – Fachverband für Rundfunk- und BreitbandKommunikation am 11. September in Leipzig.
Wer erwartet hatte, womöglich live von einem Zusammenschluss von Verbänden, von dem in der Branche häufig gemunkelt wird, zu erfahren, wurde enttäuscht. Jeffrey Al-Ali, Leiter Recht und Regulierung beim VATM, und Wolfgang Heer, Geschäftsführer des BUGLAS diskutierten in der vom FRK-Vorsitzenden Heinz-Peter Labonte moderierten Gespräch über Möglichkeiten, die Zusammenarbeit der Verbände weiter voranzubringen, trotz der sehr unterschiedlichen Interessenlage der Mitglieder.
Eine intensivere Zusammenarbeit macht für Wolfgang Heer vor allem deswegen Sinn, weil sich der Markt gerade grundsätzlich ändere und damit Open Access noch relevanter werde. Jeffrey Al-Ali betonte, dass es für die Politik einfacher sei, wenn sie Gesamtbild aus der Branche erhalte. Das Thema Open Access werde von der Telekom konterkariert.
Als konkreten Vorschlag brachte Wolfgang Heer eine engere Zusammenarbeit von Mitgliedsunternehmen des FRK mit denen des BUGLAS ein, bei der eine Art Marktplatz geschaffen würde. "Unsere Unternehmen haben großes Interesse, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die NE4 schon ausgebaut haben."
Hein-Peter Labonte schlug vor, eine verbandsübergreifende Arbeitsgruppe zu bilden, die ein klares Konzept ausarbeiten und das der Politik präsentieren solle, gemäß dem Motto: "Vordenken statt nachdenken."
Trotz der Schwierigkeiten, die aufgrund der unterschiedlichen Interessenlage der Verbandsmitglieder, beispielsweise Netzbetreibern und Diensteanbietern, gesehen wurde, war man sich einig, die Zusammenarbeit intensivieren zu wollen. Wolfgang Heer in seinem Schlusswort: "Wir tun gut dran, wenn wir als Branche selbst Ideen entwickeln, wie wir beim GF-Ausbau zusammenkommen und uns dies nicht von Politik vorgeben lassen."
Claudia Boss-Teichmann 11.09.2024

