
Wolfgang Metze als Keynote-Speaker auf dem Sommerfest des BUGLAS in Norderstedt im Juni 2024. Er betonte die Bedeutung der Kooperationen für die Telekom. "Doch nicht jede Kooperation passt. Die Ziele und das Geschäftsmodell müssen zusammenpassen", sagt er. (Foto: cbt)
Branchenverband
Deutsche Telekom tritt BUGLAS bei
Die Deutsche Telekom ist dem Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) beigetreten. Das gaben der Verband und das Unternehmen auf dem heutigen Glasfaser-Partnertag der Telekom in Bonn bekannt. Telekom und BUGLAS-Unternehmen eine das Ziel, die Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau weiter zu verbessern und Deutschland mit der modernsten FTTH-Technologie zu verbinden, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.
Als Vorteile der Zusammenarbeit heben die Telekom und der BUGLAS in erster Linie die Möglichkeit der Intensivierung von Kooperationen und Open Access hervor. Mit dem Beitritt der Telekom zum BUGLAS würden jetzt die Unternehmen noch intensiver zusammenarbeiten, die in Deutschland tatsächlich langfristig in FTTH investieren würden, so die Partner.
"Noch mehr FTTH-Kooperationen"
"Deutsche Telekom und BUGLAS eint der langfristige Investitionshorizont beim Glasfaserausbau", sagt Srini Gopalan, der im Vorstand der Telekom das Deutschlandgeschäft verantwortet. "Wir möchten den Schulterschluss mit den regionalen Anbietern weiter intensivieren und noch mehr FTTH-Kooperationen für eine zukunftsfähige Digitalisierung schließen. So beschleunigen wir gemeinsam mit unseren Partnern den Glasfaserausbau. Und das mit offenen Netzen, die allen Kundinnen und Kunden eine hohe Anbietervielfalt bieten."
"Kooperationsmodelle zwischen Netzerrichtern und -Betreibern sind einer der wichtigsten Trends unserer Industrie. Als BUGLAS stehen wir für einen solchen kooperativen Ansatz, der auf Augenhöhe stattfindet. Die Telekom ist hier sehr aktiv und arbeitet bereits in über vierzig Kooperationen mit regionalen Unternehmen und Stadtwerken zusammen. Wir freuen uns, dass sie jetzt Mitglied im BUGLAS sind, denn von Kooperationen profitieren alle Seiten," erläutert BUGLAS-Präsident Theo Weirich.
Einsatz für schnellere Genehmigungen und alternative Verlegemethoden
"Der BUGLAS zeichnet sich durch fakten- und lösungsorientierte Vorschläge beim Glasfaserausbau aus", so Thilo Höllen, Leiter Glasfaserkooperation bei der Telekom. Er führt weiter aus: "Gemeinsam mit dem BUGLAS werden wir uns weiterhin für schnellere Genehmigungen und alternative Verlegemethoden einsetzen. Diese Themen betreffen unsere gesamte Branche und hier sehen wir noch deutliches Potenzial nach oben."
Patrick Helmes, BUGLAS-Vizepräsident und Glasfaser Ruhr-Geschäftsführer, ergänzt: "FTTH im Sinne von Homes activated ist der neue Goldstandard. Kooperationsmodelle erhöhen die Netzauslastung signifikant und schaffen dabei Planungssicherheit für die Beteiligten. Sie ermöglichen die Konzentration auf die jeweils eigenen Kernkompetenzen und führen zu verstärkter Arbeitsteilung."
Überrraschender Beitritt?
Die Zusammenarbeit der Interessenvertreter der Netzbetreiber und der Deutschen Telekom ist geprägt vom Wechselspiel von Kooperationen und Wettbewerb. Wobei die Telekom in der Debatte um den Überbau - alle Interessenverbände sprechen sich gegen den doppelten Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen aus - vom BUGLAS im April 2024 weniger scharf angegriffen wurde als vom BREKO und VATM (siehe zum Beispiel hier das Statement vom BUGLAS und hier das gemeinsame Statement von BREKO und VATM). Auf dem Sommerfest des BUGLAS in diesem Jahr in Norderstedt war Wolfgang Metze, Privatkundenchef der Deutschen Telekom, als Keynotspeaker zu Gast und betonte die Bedeutung von Kooperationen (siehe unsere Meldung: Glasfaserbranche diskutiert in Norderstedt, 14.06.2024).
Deutliche Kritik vom BREKO
Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) sagt zum Beitritt der Telekom in den BUGLAS: "Mit der Aufnahme des Ex-Monopolisten gibt der BUGLAS seine Identität als Vertreter der Wettbewerberinteressen im Glasfaserausbau auf und wird zum Deutsche-Telekom-Verband. Nach dem Austritt seiner größten Mitgliedsunternehmen begibt sich der BUGLAS nun in die Abhängigkeit des marktbeherrschenden Unternehmens. Damit verliert er die Möglichkeit, den Telekommunikationsmarkt im Sinne der Wettbewerber mitzugestalten und sich zu den für die Wettbewerber und den flächendeckenden Glasfaserausbau wichtigen Themen zu positionieren.
Das betrifft vor allem die dringend erforderliche Regelung einer wettbewerbskonformen Abschaltung der DSL-Netze – die sogenannte Kupfer-Glasfaser-Migration, den destruktiv-strategischen Glasfaserdoppelausbau der Telekom sowie die notwendige Wiedereinführung einer Mobilfunk-Diensteanbieterverpflichtung."
Claudia Boss-Teichmann 23.09.2024

