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Diskutierten auf den Cable Days über die Zukunft des linearen TVs (v.l.): Daniel Kendler, Red Bull Media House, Ursula Siegfried, Sky Austria, Fabian Knauseder-Wöhrer, Joyn Österreich, Marius Wolf, Tirol TV, Stefan Pollach, ORF, Moderator Andreas Kunigk, RTR (Foto: cityfoto -Roland Pelzl)

Cable Days 2024

Digitalisierung in der Rundfunkverbreitung - vom Broadcaster zur Plattform?

Moderator Andreas Kunigk, Pressesprecher der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR), eröffnete die Diskussion mit der klassischen Frage bei Podiumsdiskussionen zum Fernsehempfang: "Liegt die Zukunft im Streaming? Geht das klassische lineare Fernsehen dem Ende entgegen?"
 
Ja, lautete die Antwort auf die erste Frage. Und was das Ende des linearen Fernsehens betrifft: Es wird kommen, aber noch nicht jetzt. Im aktuellen Transformationsprozess hat das lineare Fernsehen auf jeden Fall noch eine große Bedeutung, als Bringer von Werbeeinnahmen und als Content-Lieferant für Streaming-Angebote. Auf dem Podium saßen Vertreter von privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, der Streaming-Plattform Joyn der ProSiebenSat.1 Media SE und des Pay-TV-Senders Sky.
 
Marius Wolf ist Geschäftsführer von Tirol TV und Sprecher der Sendergruppe R9. In dieser Gruppe haben sich die größten privaten Regionalsender aus allen österreichischen Bundesländern unter der Dachmarke R9 zusammengeschlossen. Über den Transformationsprozess sagt er: "Wir haben im Digitalen viel zusammengeführt. Im regionalen Bereich, vor allem im ländlichen Bereich, ist das lineare Fernsehen noch etwas stärker verankert, aber wir müssen auch immer mehr digital anbieten".
 
Fabian Knauseder-Wöhrer, Geschäftsführung Joyn Österreich, sagte, dass lineare Produktionen nach wie vor sehr wichtig seien, auch weil sie Material für Joyn liefern. Und: "Man kann auch linear streamen, das ist ein wichtiger Treiber für die Transformation".
 
Ursula Siegfried, Vice President Operations bei Sky Austria, betonte die Verankerung ihres Unternehmens in Österreich und dass die Plattform auch für lokale Partner offen sei. "Der Kunde will internationale Anbieter genauso wie österreichische." Im linearen Bereich sei das Sportangebot wichtig, die Sportinhalte würden mit 180 Mitarbeitern in Österreich produziert.
 
Daniel Kendler, Head of Digital Strategy and Operations im Red Bull Media House, sieht die Distributionswege nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung: "Der lineare Vertrieb ist für uns nach wie vor das Zugpferd und die stärkste Werbeplattform." Es gehe darum, die Inhalte auch vice versa nutzen zu können, jeweils angepasst auf eine andere Medienplattform.

Neues von Sky und ServusTV

In der Diskussionsrunde wurde auch auf die neuen Angebote von Sky und ServusTV hingewiesen. Sky werde im nächsten Jahr eine IP-Box auf den Markt bringen, die eine Aggregation des gesamten Sky-Angebots biete, kündigte Siegfried an. Sie werde Sky Stream heißen. Zu den Inhalten sagte sie: "Wir planen Kooperationen mit österreichischen Anbietern und sind in Gesprächen. Die mehr als 20 Apps, die wir heute schon auf unseren Plattformen haben, sollen erweitert werden, zum Beispiel um Apps anderer Sportanbieter. Lineare Inhalte von Free-TV-Anbietern wird es weiterhin auf der Plattform geben."
 
Kendler kündigte an, die App-Welt von ServusTV zu erneuern. "Wir werden die Benutzeroberfläche dem Markt anpassen, der Relaunch ist für die nächsten Wochen geplant. Es wird auch neue Funktionen geben." Der Name wird Servus TV On bleibe erhalten. 

Distribution und Standards weiter anheben

Auf die Frage, welche Möglichkeiten es gebe, die Branche in Österreich als Gegengewicht zu den internationalen Playern enger zusammenrücken zu lassen, wurde vor allem Zusammenarbeit bei der Distribution genannt.
 
Knauseder meinte, man müsse zusammenarbeiten, um österreichische Medieninhalte auf Plattformen wie Samsung zu bringen, was im Alleingang sehr aufwendig sei.
Stefan Pollach, Leiter der Hauptabteilung Digitale Medien und Online im ORF, sah keinen Widerspruch darin, ORF-Inhalte auch auf anderen Plattformen, sei es Joyn oder YouTube, verfügbar zu machen, da dort andere Zielgruppen erreicht werden könnten. "Andererseits kann ich unser Qualitätsversprechen nur einlösen, wenn unsere Marke gebündelt sichtbar ist."
Beim "Schulterschluss" sei es wichtig, gemeinsam die Standards weiter zu heben, denn "professionell gemachte Medien sind ein demokratieentwickelndes Werkzeug".
 
 

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