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Moderator Christian Heinkele sprach mit Jörg Richartz (Deutsche Telekom), Stephan Kalleder (Tele Columbus), Constanze Gilles (Zattoo), Nicole Offergeld (Vodafone) und Markus Härtenstein (waipu.tv) über die Folgen des Wegfalls der Umlagefähigkeit (v. l. n. r.) (Foto: Marc Hankmann)

Medientage München

Wegfall der Umlagefähigkeit: "Wir filtern und klemmen"

Nachdem die Betriebskosten für ein NE4-Kabelnetz nicht mehr über die Mietnebenkosten umgelegt werden können, regt sich die Kritik an den Kabelnetzbetreibern, die Haushalte, die nun kostenlos das Kabel-TV-Signal empfangen, nicht schnell genug abzuschalten. Bei Telekommunikationsunternehmen und Streaming-Anbietern ist der Eindruck entstanden, die Kabelnetzbetreiber ließen sich absichtlich Zeit, um die vermeintlichen Schwarzseher für Einzelverträge zu gewinnen. „Es reicht nicht aus, zwei Marketing- oder PR-Stories zu platzieren“, sagte Markus Härtenstein, Vorstand der waipu.tv-Betreiberin Exaring AG, auf den Medientagen München.
 
Laut Jörg Richartz würden zwischen drei und fünf Millionen Haushalte das TV-Signal über ihren Kabelanschluss kostenlos erhalten. "Ihr verhindert, dass sich der Kunde entscheidet", wetterte der Vice President Vermarktung & Steuerung TV der Deutschen Telekom in Richtung der Kabelnetzbetreiber. Gleichzeitig kritisierte Richartz auch den Gesetzgeber, der für die jetzige Situation nichts vorgesehen habe.

Abschaltungen werden noch bis Ende 2025 dauern

Die Kabelnetzbetreiber selbst unterstrichen in der Diskussion ihre Bemühungen. "Wir haben kein Interesse daran, unser TV-Produkt kostenlos anzubieten", sagte Nicole Offergeld, Head of Content & Platform Entertainment bei Vodafone. Sie verwies darauf, dass die Kabelnetzbetreiber bis zum Stichtag am 1. Juli 2024 vertraglich dazu verpflichtet waren, die angeschlossen Haushalte zu versorgen und dass erst nach dem Stichtag abgeschaltet werden kann.
 
Stephan Kalleder merkte an, dass für die Abschaltungen auch erhebliche Ressourcen benötigt werden. "Wir klemmen und filtern", sagte der Senior Director Products and Growth von Tele Columbus auf den Medientagen. "Das wird leider noch das komplette nächste Jahr dauern", erklärte Kalleder in München. Richartz‘ Vorschlag: Die Kabelnetzbetreiber sollten erst in den Keller gehen, abklemmen und dann ihre Angebote an der Wohnungstür machen – nicht umgekehrt.
 
Text: Marc Hankmann
 
 

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