
BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers (Mitte) will den Glasfaseranschluss als Lifestyle-Produkt verstanden wissen (Foto: Marc Hankmann)
BREKO Jahrestagung 2024
Glasfaser-Image: "Raus aus dem Baumarkt, rein in den Apple Store"
Auf der diesjährigen Jahrestagung des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) machte Verbandsgeschäftsführer Stephan Albers keinen Hehl daraus, dass er nicht auf die nächste Regierung warten will. Themen wie etwa die Migration von Kupfer- zu Glasfasernetzen müssten jetzt angegangen werden. "Die TK-Unternehmen werden bald in Kostendruck kommen", sagte Albers in Berlin.
Er hofft auch darauf, dass die Maßnahmen, die das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) in seiner Gigabit-Strategie festgelegt hat, umgesetzt werden – vor allem die geplante Image-Kampagne, die Verbraucher dazu bewegen soll, einen Glasfaseranschluss zu buchen. "Wir unterstützen das nachhaltig", sagte Albers auf der Jahrestagung.
Sachsen-Anhalt hat es vorgemacht
Nicht nur nach Ansicht des BREKO-Geschäftsführers könnte das Image der Glasfaser besser sein. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA) wies darauf hin, dass Überbau- und Zwangsabschaltungs-Debatten kontraproduktiv seien. "Wenn mich Freunde fragen, erklär‘ mir das mal mit dem Überbau, dann ist der Abend doof", sagte Müller. Er könne dann niemanden mehr vom Glasfaseranschluss überzeugen.
Stattdessen müsste nach Ansicht des BNetzA-Chefs beim Verbraucher die Rede von der "coolen Glasfaser" sein und auch BREKO-Geschäftsführer Albers ist der Meinung, dass der Glasfaseranschluss eigentlich ein Lifestyle-Produkt sei. "Wir müssen raus aus dem Baumarkt, rein in den Apple Store", sagte Albers auf der Jahrestagung in Berlin und nannte Sachsen-Anhalt als Beispiel. Das Bundesland hat mit einer Image-Kampagne für den Glasfaserausbau geworben und ist laut aktueller BREKO-Marktanalyse das Land, das bei der Glasfaserversorgung am meisten aufgeholt hat.
Autor: Marc Hankmann
Claudia Boss-Teichmann 29.11.2024

