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BUGLAS Präsident Theo Weirich (li.) und Patrick Helmes, stellvertretender Vorsitzender des Glasfaserverbandes, beim Pressegespräch am 4. Dezember 2024 in Niederkassel (Foto: BUGLAS)

BUGLAS Jahreskongress 2024

Kooperation statt Kupferdebatten

„Die Vertriebsstärke der Telekom trifft auf die Ausbaustärke der kommunalen Unternehmen“ - so skizzierte Patrick Helmes, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Glasfaseranschluss (BUGLAS)  und Geschäftsführer von Glasfaser Ruhr, die Vorteile, die sich aus seiner Sicht aus der Mitgliedschaft des magentafarbenen Riesen im BUGLAS ergeben.

Konstruktive Lösungen zur Beschleunigung des Glasfaserausbaus

Der Beitritt der Deutschen Telekom zum Verband am 23.September 2024, der sich nach den Worten seines Präsidenten Theo Weirich als Vertreter der kleinen und mittleren, kommunalen und privatwirtschaftlichen netzausbauenden Unternehmen in Deutschland versteht, hatte viele überrascht, war doch das Verhältnis - zumindest auf der Ebene der Verbandskommunikation - vor allem von Konflikten geprägt, Stichwort "Überbaudiskussion". Dennoch sei man "überrascht über den Aufschrei" bei manchen in der Branche gewesen, sagte Helmes beim Pressegespräch auf dem BUGLAS Jahreskongress am 4. Dezember in Niederkassel bei Köln.
 
Der Grund für die Aufnahme des Branchenführers sei gewesen, eine konstruktive Antwort auf die ewige Frage zu finden, wie man hierzulande beim Glasfaserausbau schneller werden könne. Und das gehe besser in Kooperation als in Konfrontation mit der Telekom.
 
Aber warum ist es dafür notwendig, dass diese Mitglied im Verband wurde? Man verstehe sich als Plattform für den Austausch und wolle hier auf andere Weise zu Lösungen kommen, als wie bisher oft durch den Ruf nach Regulierung und gerichtlichen Auseinandersetzungen, so Helmes. "Wir haben nicht das Gefühl, dass die Telekom den Verband gleichschalten will", sagte er. "Auch in anderen Verbänden sind große Konzerne wie die Vodafone organisiert", ergänzte BUGLAS-Präsident Theo Weirich. Er rechne nicht mit einer Dominanz der Telekom, schließlich müsse die Strategie des Verbandes von den Mitgliedern bestätigt werden.
 
Mit der Telekom wolle man standardisierte Kooperationsmodelle entwickeln. Wie diese aussehen könnten, erläuterte Helmes am Beispiel der Glasfaser Ruhr mit Sitz in Bochum. Sein Unternehmen baue die Glasfasernetze, die Telekom betreibe die aktive Technik und fungiere als Aggregator. Diensteanbieter, die mit der Telekom einen Vertrag abschließen, können ihre Dienste auf diesem Netz anbieten. Er habe die Telekom "nach einiger Zeit als Partner auf Augenhöhe erlebt."

Kontroverse um Kupferabschaltung

Kritisch sieht der BUGLAS Forderungen in der Branche nach einem festen Termin für die Kupferabschaltung. Eine Abschaltung mache nur Sinn, wenn die neue Technik bereits vorhanden sei: "Das Glasfaserkabel muss in der Wohnung liegen", so Helmes. Es könne nur eine regulatorische Absichtserklärung zur Abschaltung geben. Hinter dem Druck, der derzeit bei dieser Frage aufgebaut werde, vermutet er wirtschaftliche Gründe: Den investorengetriebenen Unternehmen würden die Kunden fehlen. Ein ungelöstes Problem sei, dass durch die Kupferabschaltung Menschen von der digitalen Teilhabe abgeschnitten würden. 20 Prozent der Hauseigentümer würden nicht zulassen, dass ein Glasfaseranschluss verlegt werde, auch wenn dies kostenlos sei. Er prognostizierte, dass die Migration lokal sehr unterschiedlich verlaufen werde. Weirich betonte, dass für die Akzeptanz der Glasfaser beim Endkunden sozialverträgliche Preise wichtig seien - für viele Haushalte sei es nicht möglich, 20 Euro mehr im Monat für einen Glasfaseranschluss zu bezahlen.

Glasfaser als Basis für Zukunftstechnologien

Mit Blick auf die Zukunft betonte Theo Weirich die Bedeutung der Glasfasernetze, die weit über ihre Funktion als Telekommunikationsinfrastruktur hinausgehe - auch deshalb seien sie bei lokal verwurzelten und langfristig planenden Unternehmen gut aufgehoben. Glasfasernetze seien die Basis für die Energiewende und würden wichtige Aufgaben für die Stromnetze erfüllen - eine Entwicklung, die der BUGLAS laut Weirich vorantreiben wolle. Auch das 5G-Netz, das für die in Zukunft immer wichtiger werdenden latenzarmen Steuerungsmechanismen etwa im Umweltbereich notwendig sei, brauche Glasfaser als Basis. "Wir brauchen ein Konzept für den Ausbau der 5G-Netze, eines Mobilfunks, der alles vernetzen kann" - das könne nur vor Ort umgesetzt werden. Eine Zukunftsaufgabe also für die im BUGLAS organisierten Netzbetreiber.
 

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