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Kupferabschaltung ja, aber erst ab 2030, so der Deutschlandchef der Telekom Srini Gopalan auf dem BUGLAS Jahreskongress am 4. Dezember (Foto: cbt)

BUGLAS Jahreskongress 2024

Gopalan: "Partnerschaften gehören zu unserer Strategie"

„Vor fünf Jahren waren wir kein einfacher Partner“, sagte Srini Gopalan, Deutschland-Chef der Deutschen Telekom, auf der BUGLAS-Jahresversammlung am 4. Dezember in Niederkassel. Doch das, so Gopalan, sei Vergangenheit, denn jetzt "gehören Partnerschaften zu unserer Strategie".

"Die BUGLAS-Mitglieder sollen von unseren Geschäftsmodellen profitieren"

Allerdings gibt es für die Telekom laut Goopalan drei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Kooperationen zustande kommen. Erstens eine gemeinsame Perspektive für den Glasfaserausbau und ein langfristiger Renditehorizont von zehn bis 20 Jahren, zweitens eine kommerzielle Einigung und drittens müssen Servicequalität sowie Technologie der Partner zueinander passen.
 
Für die Kooperationsbereitschaft der Telekom stünden die aktuellen Partnerschaften mit rund 46 Stadtwerken, so Gopalan. Und hier knüpfe die Mitgliedschaft im BUGLAS an: Es gebe bereits viele Partnerschaften mit BUGLAS-Mitgliedern. "Wir setzen darauf, dass Sie und wir auch in Zukunft dabei sind", so Kooperationschef Thilo Höllen, der im Anschluss an die Keynote zusammen mit Gopalan Fragen aus dem Auditorium beantwortete.
 
Entgegen der Aussage anderer Branchenverbände, die Telekom übernehme nun den BUGLAS, sei das Gegenteil richtig: "Die BUGLAS-Mitglieder sollen von unseren Geschäftsmodellen profitieren." Zum Ende des ersten Quartals 2025 kündigte Höllen an, "die Motorhaube zu öffnen", um den Mitgliedern zu zeigen, wie das Gigabit-Geschäftssystem der Telekom funktioniert und es für sie nutzbar zu machen.
 
Bei Partnerschaften, wie jüngst mit der R-KOM in Regensburg, bringe die Telekom als Netzbetreiberin ihr Wholesale-Portfolio, die überregionalen Anbieter Telefónica, 1&1 und Vodafone sowie 17 weitere, mit ein und sorge so für zusätzliche Auslastung der Netze, sagte Höllen. Wenn dagegen die Telekom Bitstrom-Zugänge bei ihren Partnern einkaufe, aber keine Wholesale-Nachfrager mitbringe, sei das keine Frage des Unwillens, sondern der Wirtschaftlichkeit: es lohne in diesen Fällen nicht, dieses Produkt an Dritte weiterzuverkaufen, sagte er. 

Eigentümererlaubnis als größte Hürde

Die drei größten Herausforderungen für den Glasfaserausbau sieht Gopalan in den langwierigen Genehmigungsverfahren, in der Notwendigkeit, mehr alternative Verlegemethoden zuzulassen und vor allem darin, die Zustimmung der Eigentümer von Mehrfamilienhäusern für den Ausbau zu erhalten. Hier müsse die Branche gemeinsam an Lösungen arbeiten. Sein Wunsch an eine neue Bundesregierung: das Verfahren der Eigentümererlaubnis zu vereinfachen. Die Debatten um Überbau und Kupferabschaltung seien dagegen Ablenkungsmanöver und Zeitverschwendung.
 


Thilo Höllen (li.) und Srini Gopalan beantworteten auf dem BUGLAS Jahreskongress Fragen
aus dem Publikum (Foto: cbt)

Kupferabschaltung erst ab 2030 

Die Diskussion um die Kupfer-Glasfaser-Migration sei verfrüht. Eine Abschaltung mit einem Zeithorizont zwischen 2030 und 2035 mache Sinn: Zuerst müsse es rund 90 Prozent Homes Passed und 30 Prozent Homes Connected geben, dann müsse die Migration auf Glasfaser erfolgen und danach die Kupferabschaltung. An der Debatte störe ihn auch, dass über die Abschaltung von Koax nicht gesprochen werde.
 
Höllen sprach eine weitere Entwicklung an, die aus Sicht der Telekom fehlgeleitet sei: Es gebe einen Bewerber um öffentliche Fördermittel, der Anschlüsse für 24 Monate für 0 Euro anbiete - also aus Steuermitteln finanziere, dass Kunden zwei Jahre lang das Netz kostenlos nutzen können.
 
"Wir haben unsere Haltung bereits verändert, wir sind kompromissbereiter geworden, wir kommunizieren anders - und wir werden uns sicher noch weiter verändern", so Höllen zur Perspektive der Kooperationen.
 

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