
Laut dem "Copper Switch-Off Tracker" gehören Deutschland, Griechenland und die Tschechische Republik zu den Ländern, die noch stark auf die alte Kupferinfrastruktur angewiesen sind (Grafik: FTTH Council)
Kupfer-Glasfaser-Migration
Kupferabschaltung in Europa: Große Unterschiede
Portugal, Spanien und Schweden haben die Nase vorn, wenn es darum geht, die Kupfernetze in Europa abzuschalten, Deutschland zählt zu den drei Schlusslichtern. Dies zeigt eine neue Studie des Lobbyverbands FTTH Council Europe, der in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Cullen International erstellt wurde.
Der Copper Switch-Off Tracker stellt die Fortschritte der 27 EU-Mitgliedstaaten (und des Vereinigten Königreichs) bei der Migration von Kupfer- zu Glasfasernetzen dar. Dabei wurde u.a. untersucht, wie hoch der Anteil der Dienste ist, die von den marktbeherrschenden Unternehmen (Incumbents) über Kupfernetze vermarktet werden (direkt oder als Wholesale). In Portugal, Spanien und Schweden liegt dieser Anteil nur noch zwischen drei und sieben Prozent, während er bei den Schlusslichtern Deutschland, Griechenland der Tschechischen Republik 95 bzw. 96 Prozent beträgt.
"Wir glauben, dass Glasfasernetze für die digitale Transformation Europas von grundlegender Bedeutung sind", sagte Roshene McCool, Präsidentin des FTTH Council Europe. "Die schrittweise Ablösung von Kupfernetzen durch Glasfaserinfrastrukturen wird den Energieverbrauch und die Gesamtbetriebskosten senken und damit einen großen Beitrag zur Erreichung der Ziele des digitalen Jahrzehnts der EU leisten", so McCool weiter.
Der Bericht zeigt auch, dass nur in zwölf Ländern die etablierten Betreiber einen Plan für die vollständige Abschaltung der Kupferleitungen haben. In acht dieser zwölf Länder sind die Pläne öffentlich zugänglich, während sie in anderen (z. B. Portugal) vertraulich sind.
Die Telekom Deutschland hat noch keinen Plan zur Abschaltung des Kupfernetzes vorgelegt. Allerdings diskutiert die Telekom im Gigabit-Forum mit dem Regulator, anderen Betreibern und Verbänden über die Abschaltung des Kupfernetzes. Im Jahr 2024 wurden drei kleine Pilotprojekte durchgeführt.
Es sind regelmäßige Updates des Berichts geplant. Die Studie stützt sich laut Cullen auf öffentlich zugängliche Informationen und Interviews mit ausgewählten Regulatoren und Netzbetreibern.
Claudia Boss-Teichmann 22.01.2025

