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Beim ersten OFAA Innovation Day in Klagenfurt diskutierten rund 250 Expertinnen und Experten wichtige Fragen rund um den Glasfaserausbau in Österreich (Foto: OFAA)

Open Fiber Austria

"Aufbau zukunfsfähiger Infrastruktur ist kein Schnellprojekt"

Beim 1. OFAA Innovation Day der Open Fiber Austria Association versammelten sich 250 Experten, 14 Aussteller und 25 Referenten, um zentrale Fragen rund um den Glasfaserausbau, offene Netzzugänge und Synergien mit dem Stromnetzausbau zu diskutieren. Die Kernaussage der Veranstaltung am 29. Januar 2025 in Klagenfurt war: Ohne langfristige Strategien und stabile politische Rahmenbedingungen droht Österreich den Anschluss an die digitale Zukunft zu verlieren. Zentrale Themen waren die Inhaus-Verkabelung und die Nutzung von Synergien zwischen Glasfaser- und Stromnetzen.

Leitfaden schafft Standards für Inhouse-Verkabelung

Besonders in Mehrparteienhäusern fehlen klare Regelungen und einheitliche technische Standards. Der Leitfaden zur Inhouse-Verkabelung der Open Fiber Austria setzt hier an und gibt erstmals Planern, Bauträgern und Netzbetreibern eine verlässliche Orientierung.
 
Daniel Doppler, Geschäftsführer der Hausservice Objektbewirtschaftungs GmbH erklärt: "Der Leitfaden hilft bereits in der frühen Planungsphase. Klare Vorgaben stellen sicher, dass Glasfaser von Beginn an mitgedacht wird – sei es im Neubau oder bei Sanierungen von Bestandsbauten."
 
Doch eine gute Inhouse-Verkabelung allein reicht nicht aus. Herbert Flatscher, Geschäftsführer der FiberEins GmbH, betont: "Entscheidend ist ein zentraler, gut erreichbarer Zugangspunkt. Liegt dieser versteckt in einem kleinen, schwer zugänglichen Wohnhauskeller, fehlt Netzbetreibern der Anreiz. Deswegen sind standardisierte Lösungen, die eine breite Nutzung ermöglichen und den Glasfaserausbau wirtschaftlich tragfähig machen, wichtig."

Glasfaser- und Stromnetzausbau: Synergien Nutzen und Kosten senken

Die koordinierte Planung von Glasfaser- und Stromnetzen bringt große Vorteile mit sich: Bauarbeiten können gebündelt, Kosten gesenkt und die Belastung für Gemeinden minimiert werden. Besonders in ländlichen Regionen, in denen Mittel- und
Niederspannungsnetze ausgebaut werden, bieten sich wertvolle Synergien mit der Glasfaserverlegung.
 
Birgit del Fabro, Projektleitung Glasfaserausbau bei der BIK GmbH, hebt hervor: "Die finanzielle Situation vieler Gemeinden lässt es nicht zu, Straßen mehrfach zu öff nen. Wir müssen neue und ökonomisch sinnvolle Lösungen finden, um effizient in die Infrastruktur zu investieren."
 
Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Kärnten Netz GmbH, ergänzt: "Wo wir Synergien zwischen Glasfaser- und Stromnetzen nutzen, sparen wir Kosten und steigern die Akzeptanz in den Gemeinden. Ein abgestimmtes Vorgehen reduziert die Belastung für Bürger:innen und führt zu einer nachhaltigeren Umsetzung."
Durch gemeinsame Trassenplanungen lassen sich bis zu 20 Prozent Tiefbaukosten einsparen – ein entscheidender Faktor in einer Branche, in der rund 80 Prozent der Gesamtkosten auf den Tiefbau entfallen. Die Herausforderung bleibt, Planungs- und Vergabeprozesse effizient zu harmonisieren.
 
Igor Brusic, Präsident der OFAA, fasste zusammen: "Der Aufbau einer modernen, zukunftsfähigen Infrastruktur ist kein Schnellprojekt. Er verlangt entschlossenen politischen Willen, einheitliche Standards und vorausschauendes, langfristiges Handeln."
 

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