
Im ausgebuchten Kongresshaus begrüßte Dieter Mitterer (Geschäftsführer Langmatz) die Teilnehmer des 13. Langmatz Symposiums und Openhouse (Foto: LIGHTROOM STUDIOS)
Langmatz Symposium
Langmatz Symposium diskutiert Netzausbau
Mit mehr als 500 Teilnehmern fand Ende Februar das Langmatz Symposium 2025 statt. Der Kongress bot zwei Tage voller Fachvorträge, praxisnaher Workshops und intensiver Diskussionen vor der Bergkulisse von Garmisch-Partenkirchen. Auch in diesem Jahr standen aktuelle technologische Entwicklungen im Mittelpunkt – mit einer Kernfrage, die die Zukunft der digitalen Infrastruktur prägen könnte: Könnte der gemeinsame Ausbau von Breitband- und Energienetzen die Digitalisierung und Energiewende in Deutschland beschleunigen?
Synergien nutzen: Breitband- und Energienetzausbau verknüpfen
"Die digitale Transformation, Nachhaltigkeit und der Ausbau erneuerbarer Energien zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Wenn wir in Deutschland in diesen zentralen Bereichen erfolgreich sein wollen, wird immer deutlicher, dass der Breitband- und der Energienetzausbau enger miteinander verzahnt werden müssen", erklärt Dieter Klasmeier, Marketing-Leiter bei Langmatz. "Deshalb haben wir das gesamte Programm des diesjährigen Events, von der Auswahl der Keynotes und Fachvorträge bis hin zu den Ausstellern und Workshops, sorgfältig auf diesen Fokus abgestimmt", so Klasmeier weiter.
Herausforderung Energiewirtschaft: Digitalisierung im Fokus
Die Digitalisierung des Energiesektors und ihre Herausforderungen standen im Zentrum des Vortrags von Christian Derksen, Leiter der Fachgruppe Energieinformatik an der Universität Duisburg-Essen. Anhand des Smart-Meter-Rollouts zeigte er auf, dass trotz fortschreitender Digitalisierung proprietäre Energiemanagementsysteme für Endkunden noch immer die Regel sind. Sein Appell: "Wir brauchen herstellerunabhängige, nachhaltige Systeme." Standardisierte Energiesystemmodelle könnten dabei die Gesamtkosten der digitalen Transformation erheblich senken.
Lebenswerte Städte der Zukunft: Smart City-Konzepte im Fokus
Ein weiteres zukunftsweisendes Thema beleuchtete Catrin von Cisewski, Smart City-Expertin der Deutschen Telekom. In ihrer Keynote "Wie die Zukunft unserer Städte gelingt" skizzierte sie, welche Faktoren eine lebenswerte Smart City ausmachen und wie Kommunen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden können. "Das ist notwendig, denn wir stehen vor großen Herausforderungen: zu viel Energieverbrauch, massenhaft Staus, oft schlecht angebundener ÖPNV. Wenn Sie auf dem Land kein Auto haben, sind Sie ziemlich eingeschränkt, die Lebensqualität sinkt."
Die Basis für eine höhere Lebensqualität sieht von Cisewski in einer intelligenten Nutzung bestehender Infrastrukturen. "Es helfen keine smarten Lösungen, wenn die Akzeptanz der Bürger fehlt", betonte sie. Erfolgreiche Smart City-Konzepte wie in Paris, Singapur und Barcelona zeigen, dass technologische Innovationen nicht nur auf Konnektivität und Sensorik basieren, sondern vor allem an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein müssen.
Gigabit meets Megawatt: Erfolgreiches Beispiel Burgenland
Wie eine Verzahnung von Breitband- und Energieinfrastruktur in der Praxis gelingen kann, demonstrierte Georg Podebradsky anhand der "Breitbandstrategie Burgenland 2030". Der Breitbandkoordinator des Burgenlandes und Technische Leiter bei der BE Technology GmbH erläuterte die Fortschritte beim sektorenübergreifenden Netzausbau seit 2020. "Wir brauchen auf jeden Fall weitere Bundesförderungen, um den Glasfaserausbau voranzutreiben, aber auch finanzielle Mittel, um die strengen EU-Vorgaben zum Schutz kritischer Infrastrukturen zu erfüllen."
Drahtlose Datenübertragung: Ein Lösungsansatz für den Glasfaserausbau?
Eine alternative Lösung für den beschleunigten Glasfaserausbau stellte Dr. Imke Germann, Vorstandsvorsitzende der MRK Media AG, vor. Ihr Vortrag fokussierte sich auf die Frage, wie der Ausbau von gigabitfähigen Netzen auch ohne aufwändige Tiefbauarbeiten effizient umgesetzt werden kann. Dabei präsentierte sie ein innovatives Konzept: die Kombination von mm-Wave-Technologie mit bestehenden Glasfasertrassen. Diese Hochfrequenzverbindungen ermöglichen eine kostengünstige Versorgung von Haushalten über Mobilfunkmasten oder Straßenlaternen.
Herausforderung Energiewirtschaft: Digitalisierung im Fokus
Die Digitalisierung des Energiesektors und ihre Herausforderungen standen im Zentrum des Vortrags von Christian Derksen, Leiter der Fachgruppe Energieinformatik an der Universität Duisburg-Essen. Anhand des Smart-Meter-Rollouts zeigte er auf, dass trotz fortschreitender Digitalisierung proprietäre Energiemanagementsysteme für Endkunden noch immer die Regel sind. Sein Appell: "Wir brauchen herstellerunabhängige, nachhaltige Systeme." Standardisierte Energiesystemmodelle könnten dabei die Gesamtkosten der digitalen Transformation erheblich senken.
Das Langmatz Symposium 2025 zeigte, dass der gleichzeitige Ausbau von Breitband- und Energienetzen nicht nur Potenziale für eine effizientere Infrastruktur eröffnet, sondern auch maßgeblich zur digitalen und nachhaltigen Zukunft beiträgt.
Claudia Boss-Teichmann 20.03.2025

