
Um den Stromverbrauch in der Medien-Wertschöpfungskette zu reduzieren, hat Media Broadcast eine Software entwickelt, mit der sich Verbräuche in Echtzeit tracken lassen (Foto: Media Broadcast)
Nachhaltigkeit
Energieeffizienter Rundfunk: Media Broadcast stellt Daten-Tracking vor
Auch wenn die EU-Kommission in Sachen Nachhaltigkeitsberichterstattung zurückrudert, kommen Unternehmen nicht umhin, energieeffizienter und ressourcenschonender zu wirtschaften. So müssen etwa Rundfunkbetreiber nach den Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes ihren Energieverbrauch jährlich um zwei Prozent reduzieren. Media Broadcast hat hierfür eine Softwarelösung entwickelt, mit der Energiedaten in Echtzeit erhoben werden.
Der Netzwerk- und Plattformbetreiber stellte die Lösung am 25. März 2025 auf der eigenen Hausmesse in Köln vor. "Wir kennen die gesamte Wertschöpfungskette im Rundfunk", sagte Rebecca Inglese, Business Development Managerin bei Media Broadcast. "Mehr als die Erhebung von Energieverbräuchen zum Jahresende wird derzeit nicht gemacht." Hier will Media Broadcast für mehr Transparenz sorgen. Die Softwarelösung liefert Echtzeitdaten zum Stromverbrauch, die in einem Dashboard dargestellt werden.
Vom Daten-Tracking zum Energiemanagement
Für die eigenen Senderstandorte hat Media Broadcast die Lösung bereits umgesetzt. "Wir können den Stromverbrauch anteilig für DVB-T2, DAB+ und UKW tracken", erklärt Inglese. Wird eine der Kennzahlen überschritten, verschickt die Software umgehend einen Alarm. "Mithilfe der Echtzeitdaten gehen Rundfunkunternehmen den ersten Schritt in Richtung Energiesteuerung", sagt Inglese. Voraussetzung sind individuell definierte Kennzahlen. Die können dann auch fürs Reporting, wie Brüssel es verlangt, verwendet werden.
Media Broadcast will die White-Label-Lösung als Lizenzmodell anbieten, abhängig von der Anzahl der installierten Zähler bzw. Senderstandorte sowie von Features wie Regionalisierung oder das Herunterbrechen der Kennzahlen bis in die Sekundärtechnik. Derzeit suchen die Kölner nach einem interessierten Partner, der die Softwarelösung für seinen Stromverbrauch einsetzen will.
Welche Forderungen die EU-Kommission an Rundfunk- und Telekommunikationsunternehmen (TKU) zur Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt und warum ausgerechnet TKU ein Problem mit der EU-Taxonomie haben, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 2/2025 der Cable!vision Europe.
Autor: Marc Hankmann
Claudia Boss-Teichmann 26.03.2025

