
Moderator und Media-Hall-Organisator Christian Heinkele (li.) diskutierte auf den Fiberdays 25 mit Netzbetreibern, IPTV-Anbietern und TK-Dienstleistern über die Folgen des Wegfalls der Betriebskostenumlage (Foto: Marc Hankmann)
Fiberdays 25 Media Hall
Die Wohnungswirtschaft ist aufgewacht
Die erste Aufregung nach dem Wegfall der Betriebskostenumlage hat sich bei Kabelnetzbetreibern und IPTV-Anbietern gelegt. Mehr noch: Die Unternehmen erfreuen sich eines gesteigerten Interesses seitens der Wohnungswirtschaft an Telekommunikationsdiensten, insbesondere an IPTV. Das wurde in der diesjährigen Media Hall deutlich, die im Rahmen der Fiberdays 25 in Frankfurt am Main stattfand. "Es war bei Weitem kein Erdrutsch", sagte Oliver Söllner, Mitglied des Management Boards von Ocilion IPTV Technologies mit Blick auf die Wechselwilligkeit der Mieter. "Wir verzeichnen aber schon ein kontinuierliches Kundenwachstum zwischen drei und fünf Prozent pro Monat."
Seit dem 1. Juli 2024 muss sich die Wohnungswirtschaft damit auseinandersetzen, wie die zukünftige TV-Versorgung in den Liegenschaften aussehen soll, denn seit diesem Datum kann der Mieter wählen, ob er weiterhin den Kabelanschluss oder ein anderes TV-Produkt nimmt. "Dadurch ist die Wohnungswirtschaft wach geworden", sagte Pascal Germanus, Vertriebs-und Marketingleiter beim TK-Dienstleister Tele AG. Die Wohnungsunternehmen stellen sich nun die Frage, welche weiteren Dienste neben Fernsehen den Mietern angeboten werden können.
Schulterschluss mit der Wohnungswirtschaft
Das gesteigerte Interesse machte Daniel Raulf aber auch an der allgemeinen Diskussion um neue Möglichkeiten der Datennutzung fest. "Es entsteht ein Schulterschluss mit dem Ziel, wie wir die Themen, die zum Kerngeschäft Vermietung gehören, gemeinsam lösen können", sagte der Bereichsleiter Sales Management bei Vodafone in der Media Hall.
Ein großes Interesse zeigt die Wohnungswirtschaft aber vor allem beim Thema Fernsehen über IP. "Wir haben IPTV am 1. März 2025 eingeführt", berichtete Robin Päsler, Leiter Geschäftskunden und Service Multimedia bei der Vonovia-Tochter Synvia Media. "Wir haben Zahlen vorliegen, die alle Erwartungen übertreffen."
Mehr Fremdsprachenprogramme gewünscht
Einen Kannibalisierungseffekt zum Fernsehen über DVB-C stellt Päsler hingegen nicht fest. "Klassisches Fernsehen bleibt weiter ein wichtiges Thema", ergänzte Raulf. Immerhin seien bis zu 70 Prozent der Mieter beim Kabelanschluss geblieben, so Raulf weiter – eine gute Kommunikation mit dem Mieter vorausgesetzt.
So ist es auch kein Wunder, dass sich Germanus zum Beispiel mehr Fremdsprachenprogramme wünscht. "Gerade aus dem englischsprachigen Bereich, um auch das steigende Interesse an amerikanischem Sport zu bedienen." Daneben haben die Netzbetreiber und TK-Dienstleister aber eine ganze Reihe an Ideen, die vom Klassiker des digitalen Schwarzen Brettes über Smart-Home-Anwendungen bis hin zu neuen Angeboten wie zum Beispiel Club-TV reichen. Immerhin ist die Vonovia Sponsor des VfL Bochum.
Claudia Boss-Teichmann 04.04.2025

