
Glasfaserausbau
Zurückhaltung beim Wechsel auf Glasfaseranschluss
Trotz fortschreitendem Ausbau moderner Glasfasernetze zögert ein Großteil der deutschen Verbraucher mit dem Wechsel: Laut der aktuellen Ausgabe des Deloitte Broadband Consumer Survey 2025 würden 39 Prozent ihren bestehenden Breitbandanschluss beibehalten – selbst dann, wenn Glasfaser verfügbar wäre. Nur knapp ein Drittel zeigt Wechselbereitschaft, unter den 18- bis 24-Jährigen sogar lediglich 28 Prozent. Die Mehrheit priorisiert stabile und preiswerte Anschlüsse gegenüber maximaler Bandbreite.

Internetqualität: hohe Zufriedenheit trotz regelmäßiger Probleme
Rund ein Drittel der Befragten berichtet mindestens einmal im Monat über Störungen im Internetzugang. Dennoch sind 79 Prozent mit ihrem Anbieter zufrieden. Laut Dieter Trimmel, Partner bei Deloitte, sollte die Vermarktung von Glasfaser stärker auf Stabilität und Zukunftssicherheit statt ausschließlich auf Geschwindigkeit fokussieren.

Satelliten-Internet gewinnt an Akzeptanz
Insbesondere junge Nutzer zeigen sich offen für neue Technologien: 50 Prozent der unter 24-Jährigen interessieren sich für satellitenbasierte Internetdienste. Über alle Altersgruppen hinweg sehen 35 Prozent Satelliteninternet als leistungsfähige Option – mit positiven Attributen wie Schnelligkeit (36 %), Zukunftssicherheit (35 %) und Innovationskraft (33 %).
Mobilfunk verbessert – Empfangslücken bleiben
Auch im Mobilfunk zeigt sich ein positiver Trend: 84 Prozent sind mit ihrem Anbieter zufrieden. Die Zahl der Nutzer mit schlechter Netzabdeckung, schwacher Verbindungsqualität oder instabiler Verbindung ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Gleichzeitig zeigen sich Schwächen bei der Versorgung in ländlichen Regionen (30 %) sowie im Bahn- und Auto-Verkehr. Dieter Trimmel, Telekommunikationsexperte und Partner bei Deloitte, betont: "Die Glasfaser wird hierzulande in erster Linie mit hoher Geschwindigkeit in Verbindung gebracht. Besonders wichtig sind Verbraucherinnen und Verbrauchern aber stabile und möglichst preiswerte Anschlüsse. Anbieter sollten in der Vermarktung ihrer Glasfasernetze besser darüber informieren, dass diese mehr als nur besonders schnell sind."
WLAN-Probleme in Haushalten – Investitionsbereitschaft begrenzt
Nur 22 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer bezeichnen ihren WLAN-Empfang zu Hause als "perfekt". Viele kämpfen mit Empfangsproblemen – oft verursacht durch bauliche Gegebenheiten oder schlecht platzierte Router. Zwar lassen sich diese Defizite durch Mesh-Systeme oder Repeater beheben, doch fast ein Drittel (28 %) möchte dafür keine zusätzlichen Kosten auf sich nehmen. 38 Prozent würden bis zu 100 Euro investieren, 21 Prozent maximal 250 Euro.
Hier finden Sie den vollständigen Deloitte Broadband Consumer Survey sowie die Industry Briefing zu Satelliten-Internet und Inhouse-WLAN.
Claudia Boss-Teichmann 15.05.2025

