HUBER+SUHNER Bktel informiert auf der ANGA COM unter anderem über Video-Overlay-Lösungen. Mit diesen lassen sich TV-Signale über Glasfaserkabel übertragen, ohne dass ein Internet-Datensignal benötigt wird. Angesichts von häufigeren und intensivieren Angriffen auf kritische Infrastrukturen wie das Internet und den damit verbundenen potenziellen Gefahren und existenziellen Konsequenzen rät der Hersteller, darüber nachzudenken, wie man derartigen Bedrohungen auch in bisher nicht abgesicherten Umgebungen begegnen kann.
Das Internet gehört zu den attraktivsten Angriffszielen und etliche Dienste, welche vormals über separate Versorgungswege bedient wurden, sind mittlerweile als fester Bestandteil der digitalen Datenwelt integriert worden. Für Telefonie (mobil & Festnetz), Datenspeicher (Clouds), Schriftverkehr (Mail) und mit stark steigender Tendenz auch TV- und Radio Dienste (IP-TV, Streaming, etc.) sollten deshalb neue Sicherheits-Strategien entwickelt werden, rät HUBER+SUHNER. Denn wie wolle man im Ernstfall die Bevölkerung informieren und vor Gefahren warnen, wenn die komplette Kommunikation auf nur ein Versorgungsnetz fokussiert ist, welches durch externe Angriffe oder Sabotage lahmgelegt wurde? Nach wie vor besteht eine Redundanz in der terrestrischen Versorgung mittels UKW-Rundfunk und via Rundfunk-Satelliten – dies sei jedoch kein hinreichender Ersatz für ein großes Problem. Der Hersteller sieht den Ansatz der eigenständigen TV-Versorgung über eine eigene Signalaufbereitung und TV-Infrastruktur via Glasfaser für ein derartiges Szenario prädestiniert. Ein solches "Inselnetz" biete eine zuverlässige Nachrichtenversorgung und eliminiere die Abhängigkeit von Datendiensten.
Deutlich mehr als 10 Prozent wären betroffen
Wenn man die TV-Landschaft betrachtet, so werden etwa 40 Prozent der Bevölkerung mit Satellit-TV und weitere 40 Prozent mit Kabel-TV versorgt, während sich ungefähr 10 Prozent der Teilnehmer für Fernsehen mit IP-TV entschieden haben – der letztgenannte Anteil steigt zu Lasten von SAT- und Kabel-TV aktuell.

TV-Empfangswege
Bei einem Totalausfall des Internets sind in erster Linie die IP-TV Nutzer betroffen, jedoch im gleichen Maße auch die Netzbetreiber, die zwar eine eigene (Linear)-TV-Verteilung anbieten, das TV-Signal (DVB-C) aber aus Kostengründen als externen Datenstrom zugeführt bekommen. Somit wären deutlich mehr als die 10 Prozent IP-TV-Nutzer von einem Datenausfall betroffen und könnten in diesem Fall via TV nicht mehr informiert werden.
Signalzuführung ohne Internet-Datensignal über Glasfaser
Was muss also im besten Falle getan werden, um eine unabhängige TV-Infrastruktur via Glasfaser aufzubauen? Die Antwort von HUBER+SUHNER: eine eigene, autarke Signalzuführung schaffen. Diese umfasst die Empfangsanlage (Spiegel), eine Signalaufbereitung (Kopfstelle), die Signalverteilung via der existierenden Glasfaserinfrastruktur (Video-Overlay) und letztendlich die opto-elektrische Signalwandlung beim TV-Teilnehmer, so dass dieser seinen Fernsehempfänger wie gewohnt nutzen kann, ohne dass es ein Internet-Datensignal benötigt wird.

Netzlaufplan: schematische Darstellung mit Komponenten
Auch wenn der Betrieb einer TV-Signalaufbereitung auf den ersten Blick deutlich aufwendiger als IP-TV-Streaming erscheint, sieht HUBER+SUHNER darin langfristig betrachtet eine sichere und robuste Lösung, um in Krisensituationen eine Informationsgrundversorgung anbieten zu können. Weitere Vorteile der eigenen und unabhängigen Signalaufbereitung und -verteilung seien: die sehr geringe Latenz (im Vergleich zu Internet basierenden Inhalten), eine immens niedrigere CO2-Bilanz aufgrund geringer Leistungsaufnahme (im Vergleich zu IP-TV) sowie Nichtnutzung von Bandbreite. Auch werden keine Apps und Set-Top-Boxen benötigt – der gute alte Fernseher reicht als Empfänger und ermöglicht somit einen barrierefreien Zugriff auf lineare Echtzeit-Informationen.
Außerdem könne eine TV-Grundversorgung via Video Overlay überall dort angeboten werden, wo in Gebäuden der Wohnungswirtschaft bereits eine Koaxial-Infrastruktur vorhanden ist. Darüber hinaus könnte diese Art der Grundversorgung ein strategischer und preiswerter Bestandteil beim Ausbau der NE4 in Mehrparteien-Häusern, Wohnblocks und Campusanlagen sein.
Wie sicher ist also sicher? Das Fazit von HUBER+SUHNER: Video Overlay mit eigener Signalaufbereitung kann zumindest als ausfallsicherer als internetbasierte TV-Dienste betrachtet werden. Denn im Gegensatz zu einer Attacke auf eine große, zentrale Infrastruktur sind viele Angriffe auf zahlreiche "Insellösungen" für einen potentiellen Angreifer schwierig und wenig attraktiv.
HUBER+SUHNER Bktel informiert auf der ANGA COM in Köln zu krisensicherer TV-Übertragung: Halle 8, Stand B30.