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Über 70 Prozent der betroffenen Haushalte haben nach Wegfall des Nebenkostenprivilegs einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (Grafik: AGF Videoforschung)

Studie

TV-Markt bleibt in Bewegung

Die erste Welle der AGF-Plattformstudie 2025, erhoben von Februar bis Anfang April 2025, zeigt: Der deutsche TV-Markt befindet sich weiterhin in einem Umbruch. Nach der Abschaffung des Nebenkostenprivilegs zum 1. Juli 2024 haben inzwischen 72,4 Prozent der betroffenen Haushalte einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen. Das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als in der sogenannten "Vorwelle", der AGF-Plattformstudie 2024 II, die im Herbst 2024 durchgeführt wurde. Dort lag der entsprechende Wert noch bei rund 63 Prozent.
 
Besonders stark zugenommen hat der Anteil gemeinschaftlich abgeschlossener Kabelverträge – also Vereinbarungen von Hausgemeinschaften oder Wohnungsunternehmen. Gleichzeitig wird der Anteil der Haushalte, die nach dem Wegfall des Privilegs weiterhin Kabelfernsehen empfangen, ohne einen neuen Vertrag abgeschlossen zu haben, kleiner: Aktuell sind es 45,9 Prozent dieser Haushalte – in der Vorwelle waren es noch knapp 68 Prozent.

Alternative Empfangsarten gewinnen Marktanteile

Auch andere Empfangswege wie Satellit, IPTV oder DVB-T2 profitieren: Der Anteil der Haushalte, die nach dem Wegfall des Umlageprivilegs auf eine andere Empfangsart umgestiegen sind, ist von 6,8 auf 12,6 Prozent gestiegen – fast eine Verdopplung im Vergleich zur letzten Erhebung.
 
Auffällig: Die Mehrheit der Neuabschlüsse über alternative Empfangswege entfällt auf IP-basierte Angebote. Damit reagieren viele Haushalte auf die sich wandelnde Angebotsstruktur mit einer bewussten Entscheidung für neue TV-Verteilwege.

SD-Abschaltung und Connected-TV: Anpassungen verlaufen reibungslos

Die Abschaltung der SD-Verbreitung der ARD im Januar 2025 führte in der Praxis kaum zu Problemen: 90,1 Prozent der Haushalte waren bereits umgestellt. Nur jeweils 1,8 Prozent mussten neue Hardware anschaffen oder gaben an, derzeit keine ARD-Programme mehr empfangen zu können.


Die SD-Abschaltung der ARD-Sender im Januar 2025 verlief weitgehend reibungslos – 90,1 Prozent der Haushalte waren bereits entsprechend auf HD umgestellt (Grafik: AGF Videoforschung)

Ein weiterer technischer Fokus der Erhebung lag auf dem Thema Connected-TV. Erstmals prüfte die AGF den Internetzugang direkt am TV-Gerät. Ergebnis: Bei 69 Prozent der Haushalte konnte ein aktiver Internetzugang am Fernseher validiert werden – mehr als bisher durch reine Befragung (61,4 Prozent) ermittelt.

Fernbedienung als neue Kennzahl der Plattformnutzung

Ebenfalls neu ist der Blick auf die Fernbedienung: In 47 Prozent der Haushalte befindet sich auf der Hauptfernbedienung mindestens eine Taste für den direkten Zugriff auf TV-Apps wie Netflix, Prime Video oder Mediatheken. 59 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer bedienen diese Tasten zumindest gelegentlich.
 
Klassische Zahlentasten bleiben dennoch verbreitet: 80,9 Prozent der Haushalte nutzen diese regelmäßig. Beim Einschalten des Fernsehers erscheint in 74 Prozent der Fälle direkt das laufende Programm, bei rund einem Viertel der Haushalte hingegen eine Benutzeroberfläche mit App-Zugängen.
 
"Die Ergebnisse zeigen, wie anpassungsfähig die TV-Haushalte in Deutschland sind", so das Fazit von Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung. Die Zahlen würden deutlich machen, dass technische Veränderungen – wie der Wegfall des Nebenkostenprivilegs oder die SD-Abschaltung – von der Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer erfolgreich umgesetzt wurden.
 
Quelle: AGF-Plattformstudie 2025 I (Erhebungszeitraum: Februar–April 2025)
Stichprobe: ca. 2.500 Personen ab 14 Jahren in TV-Haushalten
 

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