ANZEIGE

(Grafik: BMDI)

Glasfaserausbau

Aktuelles zum Stand des Glasfaserausbaus

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDI) hat am 7. Juli 2025 einen Bericht zum Stand des Glasfaserausbaus in Deutschland veröffentlicht. Für den Bericht wurden erstmals adressgenaue Daten des Breitbandatlas des Bundes zur Glasfaserversorgung in Deutschland zusammen mit Daten der Breitbandförderung des Bundes umfassend ausgewertet, Stand Juni 2024.1 Der Bericht gibt auch einen Überblick über die Versorgung in den einzelnen Bundesländern.

302 Unternehmen haben eine FTTB/H-Versorgung an den Breitbandatlas gemeldet. Diese Unternehmen wurden für den Bericht anhand ihrer Geschäftsmodelle, Unternehmenshistorie und Eigentümerstruktur in sieben Kategorien eingeordnet.

Interessante Ergebnisse:

  • Unternehmen der Kategorien "Investorenmodelle", "Stadtwerke" und "Sonstige Privatunternehmen" bauen eher flächendeckend aus. Sie erreichen durchschnittliche eigenwirtschaftliche Ausbaugrade von über 70 Prozent der Haushalte und schöpfen dabei das eigenwirtschaftliche Ausbaupotenzial in den Kommunen vollständig ab.
  • Demgegenüber decken die Kategorien "Incumbent" und „Private Energieversorger“ im Durchschnitt lediglich rund 44,9 Prozent bzw. 55,6 Prozent der Haushalte ab. Dabei bleiben die Unternehmen der Kategorie „Incumbent“ am weitesten hinter dem eigenwirtschaftlichen Ausbaupotenzial zurück und erschließen zudem häufiger als Unternehmen anderer Kategorien Haushalte, die bereits über einen gigabitfähigen HFC-Anschluss verfügen. Unter "Incumbent" fasst der Bericht die Deutsche Telekom und die mit ihr verbundenen Unternehmen GlasfaserPlus und Glasfaser NordWest zusammen.
  •  Es gibt eine Vielzahl kleiner und lokaler Glasfaserunternehmen, die jedoch nur einen geringen Anteil der gesamten Glasfaser versorgung erbringen. Im Gegensatz dazu existieren nur 24 Unternehmen, die mehr als 100.000 Haushalte mit Glasfaser 
    angeschlossen haben. Die Autoren des Berichts erwarten, dass sich der Markt weiter konsolidiert.
  • Fast jeder fünfte Haushalt (19,6 Prozent) wird über drei leitungsgebundene Anschlussarten (FTTC, HFC und 
    FTTB/H) versorgt und verfügt damit über ein Maximum an Technologieauswahl.
Sven Knapp, Hauptstadtbüroleiter beim Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) kommentiert: "Der Glasfaser-Ausbau in Deutschland wird maßgeblich von den Wettbewerbern der Telekom vorangetrieben – und das auch in ländlichen Regionen. Dort haben sie über 70 Prozent der verfügbaren Glasfaseranschlüsse gebaut." Zugleich offenbare der Bericht erhebliche Unterschiede im Ausbauverhalten: Wettbewerber würden Gemeinden meist weitgehend flächendeckend versorgen, während sich die Telekom häufig auf wirtschaftlich besonders attraktive Gebiete konzentriere und damit einen flächendeckenden Ausbau durch Wettbewerber verhindere.
 
Die Geschäftsführer der Branchenverbände ANGA und VATM, Philipp Müller (ANGA) und Dr. Frederic Ufer (VATM) erklären in einem gemeinsamen Statement, dass die Deutsche Telekom deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibe: "Millionen Haushalte in Gemeinden, in denen die Telekom ausbaut, werden durch das Unternehmen nicht versorgt – obwohl das Kabel direkt vor der Haustür liegt." Die Wettbewerber ereichten in ihren Versorgungsgebieten durchschnittlich über 75 Prozent der Haushalte und investierten auch dort, wo die Erschließung wirtschaftlich anspruchsvoll sei – "im Gegensatz zu bescheidenen 45 Prozent Versorgungsgrad bei der Deutschen Telekom."
 
Der BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. kritisiert, dass für den Stand der Glasfaserversorgung "die am wenigsten aussagekräftigste Kennzahl für den tatsächlichen Stand der Glasfaser-Versorgung in Deutschland", die Homes Passed, herangezogen wurden und regt an, den Bericht zukünftig um aussagefähigere Kennzahlen wie angeschlossene Wohneinheiten und Kunden zu erweitern.
 
Download: Bericht zum Stand des Glasfaserausbaus in Deutschland - Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
 
1 Grundlage des Berichts sind die aktuellsten verfügbaren Daten des Breitbandatlas des Bundes mit Stand Juni 2024 und Daten zur Breitbandförderung des Bundes mit gleichem Zeitstempel. Die Auswertungen wurden durch das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK-Consult GmbH) im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung durchgeführt.
 

Weitere Webseiten