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Doppelausbau

Bundesnetzagentur beendet Doppelausbau-Monitoring


Die Bundesnetzagentur hat am 30. Juli 2025 den Abschlussbericht der im Juli 2023 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitales eingerichteten Monitoringstelle zum Glasfaser-Doppelausbau veröffentlicht. Die Stelle wurde gleichzeitig mit der Publikation geschlossen.
 
Die Monitoringstelle dokumentierte bis einschließlich 1. Juli 2025 insgesamt 539 gemeldete Fälle von so genanntem Doppelausbau – also von paralleler Glasfaser-Infrastruktur durch verschiedene Anbieter in denselben Regionen. Die Ergebnisse basieren auf Meldungen von Netzbetreibern und Kommunen, jedoch ohne eigenständige Verifikation durch die Behörde, was laut BNetzA belastbare Schlussfolgerungen einschränkt.

Zentrale Erkenntnisse

Leere Ausbauankündigungen, bei denen ein Ausbau angekündigt, aber nicht umgesetzt wurde, erwiesen sich laut Bericht als äußerst selten – unabhängig davon, ob die Telekom oder Wettbewerber betroffen waren. 
 
Wenn die Deutsche Telekom als zweiter Anbieter aktiv wurde, startete sie häufiger den Ausbau zeitnah nach dem Beginn eines Mitbewerbers, häufig nur in lukrativen Kerngebieten. Auch dies fand keine systematische Umsetzung in Marktmachtmissbrauch 

Die Top‑3 Bundesländer nach Fallanzahl sind:

Nordrhein‑Westfalen: 102 Fälle (~19 Prozent)
Bayern: 78 Fälle (~14 Prozent)
Rheinland‑Pfalz: 69 Fälle (~13 Prozent)
 
In Baden‑Württemberg wurden 50 Fälle gemeldet (ca. 9 Prozent). Am unteren Ende: Hamburg (1 Fall), Bremen (2 Fälle) 

Fazit und Ausblick

Im Abschlussbericht heißt es: "Die bei der Monitoringstelle eingegangenen Meldungen ließen und lassen eine belastbare Feststellung eines systematisch wettbewerbswidrigen Verhaltens des marktmächtigen Unternehmens nicht zu."
 
Die BNetzA sagt: Die Fortführung des Monitorings brachte keine neuen Erkenntnisse gegenüber dem Zwischenbericht aus April 2024. Die festgestellten Auffälligkeiten rechtfertigten keine Intervention oder formelle Verfahren. Das Monitoring wurde daher eingestellt, doch die Behörde behält sich vor, konkret vorgetragene Wettbewerbsprobleme weiterhin zu prüfen, insbesondere über die Beschlusskammer 3

Kommentare von Branchenverbänden

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) und der Verband für Telekommunikation und Mehrwertdienste (VATM) e. V. kritisieren, dass die BNetzA nicht die richtigen Schlussfolgerungen ziehe. Die Behörde müsse besonders bei besonders kritischen Fälle die notwendigen Informationen selbst anfordern. "Dass die Behörde ein formelles Auskunftsersuchen gegenüber der Telekom nicht längst gestellt hat, ist angesichts des weiterhin akuten Problems unverständlich", so BREKO und VATM. Sie fordern außerdem, dass die Telekom zur vertraulichen Hinterlegung ihrer Ausbauplanung bei der BnetzA verpflichtet werden müsse.
 
Der BUGLAS - Bundesverband Glasfaseranschluss e.V., bei dem auch die Telekom seit letztem Jahr Mitglied ist, sagt: "Zwar kann es im Wettbewerb um Infrastruktur im Einzelfall zu überschneidenden Ausbauaktivitäten kommen. Wir sind jedoch überzeugt und sehen uns durch den Bericht darin bestärkt, dass dies nicht in einer Häufigkeit geschieht, die eine staatliche Intervention rechtfertigen würde." Der BUGLAS plädiert für Kooperationsmodelle und Open Access, um Überbau zu vermeiden.
 
Der Abschlussbericht kann hier heruntergeladen werden: Bundesnetzagentur - Doppelausbau-Monitoring
 
 

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