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Satelliten-Internet

Starlink-Potenzial hat sich in Deutschland vergrößert

Eine aktuelle Studie der Technischen Hochschule Mittelhessen Auftrag des Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) zeigt das Potenzial von Satelliteninternet in Deutschland auf. Demzufolge hat sich die Kapazität des Starlink-Netzwerkes seit 2021 erheblich vergrößert. Ob die angegebenen Kapazitäten aber tatsächlich realisiert werden, bleibt laut den Studienautoren abzuwarten.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie

Kapazität und Reichweite: Das Starlink-Netz könnte im Endausbau bis zu 13 Millionen Haushalte mit Downloadraten von rund 100 Megabit pro Sekunde versorgen. Die Zahlen beruhen auf Angaben von Starlink. Dies setzt allerdings voraus, dass die geplante Gesamtkapazität von 42.000 Satelliten auch tatsächlich realisiert wird.
 
Aktuelle Marktdurchdringung: Ende 2024 nutzten laut Bundesnetzagentur rund 83.000 Haushalte Satelliteninternet, fast alle davon Starlink. Die Nutzerzahlen blieben weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
 
Leistung: Die realen mittleren Datenraten betragen derzeit zwischen 100 und 200 Mbit/s im Downstream und zwischen 10 und 20 Mbit/s im Upstream. Die derzeit gemessenen mittlere Latenzen liegen im Bereich von 40 bis 50 Millisekunden. Ziel von Starlink ist es, diese Werte auf max. 20 Millisekunden zu reduzieren. Zum Vergleich: Bei Glasfaser PON-Systemen liegen die Latenzen im Bereich von 2 bis 10 Millisekunden. Bei sehr großen Entfernungen (1000 Kilometern oder mehr) ist hingegen die Latenz von Starlink 21 geringer als die von Glasfasernetzen. Dieser Vorteil dürfte laut Studie vor allen Dingen für die Finanzindustrie sowie das Militär von großer Bedeutung sein.
 
Preisgestaltung: Die Preise für Privatkunden liegen zwischen 29 bis 50 Euro im Monat und laut Studie in der Höhe vergleichbarer Festnetzangebote.
 
Probleme: Hoher Installationsaufwand beim Endkunden, im MFH ist die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig.
Sehr hohe Leistungsaufnahme der Empfangsantenne mit 75-100 Watt führt zu hohem Stromverbrauch
 
Konkurrenzsysteme: Die wirtschaftliche, politische und insbesondere auch die militärische Bedeutung von LEO Satellitennetzwerken ist mittlerweile vielen klar geworden. Insofern ist es nicht überraschend, dass weitere Akteure derartige Netzwerke realisieren wollen. Alle bereits realisierten und noch geplanten Satelliten-Systeme müssen um die Ressourcen Umlaufbahnen und Funkfrequenzen konkurrieren. Es bleibt daher abzuwarten, ob und in welchem Umfang die geplanten LEO Satellitennetzwerke tatsächlich realisiert werden können.
 
Zielgruppe: Besonders im ländlichen Raum ohne flächendeckende Glasfaserversorgung gilt Starlink als Alternative zu herkömmlichen Anschlüssen. Während Glasfaser deutlich höhere Bandbreiten ermöglicht, schließt Satelliteninternet Versorgungslücken dort, wo der Glasfaserausbau noch nicht abgeschlossen ist.
 
Download der Studie: Leistungsfähigkeit des Satellitennetzwerks Starlink - 2025
Technische Hochschule Mittelhessen 
Verfasst von: Prof. Dr.-Ing. Kristof Obermann 
 

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