
Zum IPTV-Produkt der purtel.com GmbH gehörten auch FAST Channels. Zum Jahresende wird das Produkt eingestellt. (Bild: purtel.com GmbH)
IPTV
purtel.com gibt IPTV-Produkt auf
Die purtel.com GmbH gibt zum Jahresende ihr White-Label-IPTV-Produkt auf. Das erklärte Norbert Peters, verantwortlich für die Vertriebsaktivitäten des TK-Dienstleisters, auf dem Breitbandkongress des Fachverbands Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) in Leipzig. In Zukunft will sich purtel.com auf Voice over IP, Internet Services, Managed WiFi und Open Access konzentrieren.
Als Grund nennt das Unternehmen aus Langenzenn bei Nürnberg veränderte Marktbedingungen. Glasfasernetzbetreiber würden den Fokus auf die Bereitstellung eines breitbandigen Internetdienstes legen, wobei IPTV lediglich eine ergänzende Rolle spiele, teil purtel.com auf Anfrage von Cable!vision Europe mit. "Dieses häufig anzutreffende Selbstverständnis führt zu Buchungsraten von 10 Prozent bei den Homes Activated", erklärt eine Unternehmenssprecherin. "Das sind einfach zu wenige Kunden, um einen solchen Dienst kommerziell aufzusetzen."
Kunden bereits im Vorfeld informiert
Während IPTV lange Zeit als Differenzierungsmerkmal gedient hätte, seien inzwischen Streaming-Dienste und OTT-Angebote für viele Endkunden die erste Wahl geworden statt das TV-Angebot des Netzbetreibers zu buchen. „Für Netzbetreiber bedeutet dies, dass sich White-Label-IPTV-Produkte zunehmend schwieriger zu wirtschaftlich tragfähigen Konditionen realisieren lassen“, so die Sprecherin weiter.
Fakt ist aber auch, dass purtel.com eben jene Streaming- und OTT-Dienste nicht in sein IPTV-Produkt integrierte – im Gegensatz etwa zu Mitwettbewerbern wie Ocilion oder waipu.tv. Neben diesen beiden sind noch Zattoo und die zu Canal Plus gehörende M7 Group als Wettbewerber zu nennen. Im Gegensatz zu purtel.com sind diese vier international aufgestellt und haben die größten Glasfasernetzbetreiber Deutschlands unter Vertrag wie etwa die Deutsche Glasfaser, die Deutsche GigaNetz oder die drei großen regionalen Netzbetreiber M-net, NetCologne und wilhem.tel/willy.tel.
Die betroffenen Kunden hat purtel.com bereits informiert. "Gemeinsam haben wir individuelle Übergangslösungen geschaffen, um einen geordneten Umstieg auf alternative Angebote zu gewährleisten", erklärt die Sprecherin.
Text: Marc Hankmann
Claudia Boss-Teichmann 29.09.2025

