ANZEIGE

Kupfer-Glasfaser-Migration

Digitalministerium will Technologiewechsel beschleunigen


Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat am 2. Oktober 2025 ein Eckpunktepapier für den Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze vorgelegt.
 
Die Haupt-Konfliktlinie verläuft in dieser Frage zwischen der Deutschen Telekom und den Mitbewerbern, die Glasfaser ausbauen. Die Telekom hat kein Interesse in den Gebieten, in denen sie kein eigenes Glasfasernetz betreibt, ihr Kupfernetz abzuschalten, über das sie über 20 Millionen Kunden erreicht, und wehrt sich gegen die Festlegung verbindlicher Abschalttermine. Die Mitbewerber dagegen drängen auf einen verbindlichen Zeitplan für die Migration, um schneller eine bessere Auslastung ihrer Netze zu erzielen. Sie sehen auch die Gefahr, dass die Telekom eine Abschaltung ausschließlich oder bevorzugt in den eigenen Glasfaserausbaugebieten beantragt, da sie zur Vermeidung von doppelten Betriebskosten dort ein Interesse an einer schnellen Abschaltung habe, ihr Kupfernetz aber in den Glasfaserausbaugebieten der Wettbewerber weiter betriebt und sogar ausbaut, um möglichst lange damit im Markt zu bleiben.

Forderungen des Eckpunktepapiers:

  • Die Bundesnetzagentur stellt zentrale Weichen für die Migration durch ein Regulierungskonzept und wird für effizientes Monitoring und Prozessmanagement sorgen.
  • Die regulatorischen, technischen und praktischen Rahmenbedingungen sind so auszugestalten, dass eine aus gesamtwirtschaftlicher Sicht zu befürwortende frühzeitige und effiziente Migration unterstützt wird.
  • Im Hinblick auf Wettbewerb und Diskriminierungsfreiheit gilt: Die Abschaltung muss auch in Gebieten möglich sein, in denen Wettbewerber Glasfaser ausgebaut haben. Es besteht die Gefahr, dass die Deutsche Telekom selektiv abschaltet, was den Wettbewerb verzerren könnte.
  • Ein zentrales Anliegen ist, Transparenz für ausbauende Unternehmen zu schaffen. Die TDG sollte daher durch die BNetzA verpflichttet werden, einen Abschalte- und Migrationsplan vorzulegen.

Positives Echo bei Branchenverbänden

Stephan Albers, Geschäftsführer beim Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), sieht in dem Konsulatationspapier ein wichtiges Signal für weitere Milliardeninvestitionen in den Glasfaserausbau und die Vorschläge als Basis zur Schaffung von Planungs- und Investitionssicherheit sowie fairer Wettbewerbsbedingungen. Jetzt käme es darauf an, dass die Maßnahmen schnell umgesetzt würden und die Bundesnetzagentur ihrem Gestaltungsauftrag nachkomme.
 
Stephan Albers: "Überall dort wo Glasfasernetze vorhanden sind, soll der Übergang von den alten DSL-Netzen auf Glasfaser erfolgen – und das unabhängig davon, welches Unternehmen das Glasfasernetz gebaut hat. Mit seinem ausgewogenen und vorausschauenden Konzept gelingt es dem Digitalministerium nicht nur, die Interessen aller Marktakteure in Einklang zu bringen, sondern auch aufzuzeigen, wie das Upgrade von DSL auf Glasfaser im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher konkret gestaltet werden soll."
 
Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) begrüßt die im Konsulationspapier geforderte aktivere Rolle der BNetzA: "„Es wurde auch Zeit, dass die Politik die BNetzA aus ihrem Dornröschenschlaf weckt", kommentiert Ralf Berger, Vorsitzender des FRK. "Die BNetzA hat mit ihrer zögerlichen Haltung und dem enttäuschenden Impulspapier aus dem April 2025 keinerlei Impulse für die Kupfer-Glas-Migration gesetzt." Berger betont, dass im BMDS-Eckpunktepapier konkret von der "Abschaltung der DSL-Infrastruktur" die Rede ist und nicht – wie häufig kolportiert wurde – mit dem Begriff der Kupfer-Glas-Migration auch die Abschaltung Gigabit-fähiger Kabelnetze gemeint ist. "Wir begrüßen die Vorschläge des BMDS für eine freiwillige Migration und einen Gesamtfahrplan, der beim Wechsel von DSL auf Glasfaser durch mehr Transparenz Investitionshemmnisse vermeidet", erklärt Berger.

 
Download des Konsultationspapier Eckpunkte für ein Gesamtkonzept zur Kupfer-Glasfaser-Migration
 

Weitere Webseiten