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Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen war auf dem Glasfaserforum in Kiel angesichts der Erfolge im Glasfaserausbau gut gelaunt (Foto: Marc Hankmann)

Doppelausbau

Schleswig-Holstein fordert Verbot für Glasfaser-Überbau

Der Glasfaser-Primus Schleswig-Holstein fordert ein Verbot für den Überbau von Glasfasernetzen. "Wir sollten nicht unsere Netze überbauen" sagte gestern Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen zum Auftakt des Glasfaserforums in Kiel. In Richtung der Deutschen Telekom sagte Madsen, man müsse damit aufhören, sich gegenseitig im Weg zu stehen und stattdessen entweder die Karten offen auf den Tisch legen oder akzeptieren, wenn jemand anderes bereits ein Glasfasernetz gebaut hat und dann dieses nutzen.
 
Deutlicher wurde anschließend Madsens Abteilungsleiter für Technologie, Tourismus und Marketing, Johannes Hartwig: "Wir brauchen ganz dringend ein Überbau-Verbot", sagte Hartwig in Kiel.
 
Das Glasfaserforum fand in dieser Form zum letzten Mal statt, denn Schleswig-Holstein hat mit einer Homes-Passed-Quote von 84 Prozent das selbstgesteckte Ziel, das Land bis Ende 2025 weitgehend mit Glasfaser abzudecken, erreicht. Zu den Erfolgsfaktoren wurde in Kiel vor allem der Mut kommunaler Politiker genannt, die laut Madsen, selbst dann am Glasfaserausbau festhielten, wenn der "Riese" plötzlich ebenfalls ausbauen wollte. "Diese Erfolgsgeschichte wäre nicht möglich, wenn wir nicht so starke Kommunen hätten", pflichtete Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei.

Telekom-Vorstand zeigt sich offen für Gespräche

Ein weiterer Erfolgsfaktor: Kooperationen auf allen Ebenen. Nur mit der Telekom sind diese in der Vergangenheit schwierig gewesen. Dass es nicht dabei bleiben muss, ließ Telekom-Vorstand Rodrigo Diehl durchblicken. Er schaue in Sachen Kooperationen in Schleswig-Holstein optimistisch in die Zukunft. "Gerade hier sind wir bereit, mit euch in Gespräche zu gehen", erklärte Diehl auf dem Glasfaserforum. Allerdings sagte er auch, dass es das Geschäftsmodell der Telekom sei, Infrastruktur zu betreiben.
 
Text: Marc Hankmann
 

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