
Die Deutsche Glasfaser baut vor allem auf dem Land aus. Im Zuge einer Strategieänderung will sich das Unternehmen jetzt auf den Anschluss der "wartenden Kunden" konzentrieren und den Ausbau drosseln. 200 bis 250 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden. (Foto: Pixabay)
Stellenabbau
Deutsche Glasfaser ändert Ausbaustrategie und baut Arbeitsplätze ab
Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser plant, 200 bis 250 der insgesamt etwa 1.800 Arbeitsplätze abzubauen. Dies geht aus internen Dokumenten hervor, die dem Saarländischen Rundfunk (SR) vorliegen. Man werde ab sofort einen noch stärkeren Fokus auf den Anschluss der wartenden Kunden legen, sagte die DG gegenüber dem SR und sprach von einer "Anpassung der Organisation und der Geschäftsstrategie". Konkrete Zahlen bestätigte das Unternehmen gegenüber dem SR nicht.
Die Gewerkschaft ver.di kritisiert: "Obwohl die Branche weiterwächst und die Nachfrage nach leistungsfähigen Glasfasernetzen ungebrochen ist, stehen hier Streichungen von Arbeitsplätzen im Raum – das passt nicht zusammen", sagt Rejhan Nailovic, ver.di-Gewerkschaftssekretär. "Gerade die Kolleginnen und Kollegen, die den Unternehmenserfolg mitgetragen haben, dürfen jetzt nicht die Leidtragenden von Managementfehlern oder kurzfristigem Kostendruck werden." ver.di fordert das Unternehmen auf, sozialverträgliche Lösungen zu suchen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und gemeinsam mit den Betriebsräten nach Alternativen zu suchen.
Bereits zum Jahresbeginn 2024 hatte das Unternehmen angekündigt, sich von 100 Beschäftigten zu trennen.
Gegenüber dem Branchendienst Golem.de bestätigte Unternehmenssprecher Dominik Beyer: "Aufgrund der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Glasfaserbranche drosseln wir unsere Ausbaugeschwindigkeit in den kommenden Jahren und legen ab sofort einen noch stärkeren Fokus auf den Anschluss unserer wartenden Kunden. Wir unterstützen diese Neuausrichtung durch die Anpassung unserer Organisation und unserer Geschäftsstrategie."
Claudia Boss-Teichmann 20.10.2025

