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(v.l.) Volker Libovsky, CTIO Magenta, Michael Seitlinger, Director Wholesale & Governmental Affairs A1 Telekom Austria AG, Florian Parnigoni, Geschäftsführer spusu Infrastruktur und Cyberservice, Moderation: Martin Szelgrad (Foto: Cityfoto)

Cable Days 2025

Glasfaserausbau braucht bessere Rahmenbedingungen

Auf den Cable Days in Linz diskutieren am 4. November Vertreter österreichischer Telekommunikations-Unternehmen über den "Klassiker": Wie kann man den Glasfaserausbau voranbringen und wirtschaftlicher machen?

Hohe Ausbaukosten belasten Rentabilität

Volker Libovsky, CTIO bei Magenta Telekom sagte: „Es ist eine echte Herausforderung, zu einem Return-on-Investment zu kommen." Ein Problem sind die hohen Ausbaukosten, die er mit 2.500 bis 4.000 Euro pro Haushalt bezifferte. Der Glasfaserausbau müsse für Investoren wieder interessanter werden, dafür brauche es regulatorische Verbesserungen.
 
Im Gigabit Infrastructure Act (GIA) gebe es gute Ansätze, wie Genehmigungsfiktion und Koordination von Ausbauarbeiten. Allerdings müssen sie besser umgesetzt werden. Eine stärkere Transparenz und Koordination sei bei Bauaktivitäten nötig, so dass nur einmal die Straße aufgegraben werden müsse, so der Magenta-Manager. Florian Parnigoni, Geschäftsführer bei spusu Infrastruktur merkte an, dass die Hälfte der Kosten beim Ausbau auf Errichtungskosten auf dem Eigengrund des Kunden entfalle. Ein weiterer Kostentreiber seien die stark gestiegenen Personalkosten, die zwei Drittel der Ausbaukosten ausmachen würden. Es sei wichtig, die Take-Rate zu steigern. Für Preisanpassungen nach oben sieht er wenig Spielraum: "Die Kunden sind nicht bereit, für einen Glasfaseranschluss 5 Euro mehr zu zahlen." Dem widersprach Libovsky. "Fünf Euro mehr sind schon darstellbar", wenn der Wert für den Kunden erfahrbar sei - sowohl die Qualität des Ausbausprozesses als auch des Produktes.

Kabel-Konkurrenz drückt Take-Rates in Städten

Das im städtischen Bereich gut ausgebaute Kabelnetz führt dazu, dass in Österreich die Take-Rate bei Glasfasernetzen oft wesentlich geringer ist als auf dem Land. Dass diese Alternative gut performt, ist in der Stadt ein wesentlicher Punkt für die unbefriedigende Take-Rate, so Michael Seitlinger, Director für Wholesale bei A1 Telekom Austria. Doch das Nachfragedefizit zu lösen sei die Aufgabe der Anbieter. Um die Ausbaukosten zu senken, brauche die Branche allerdings Unterstützung.

Rechtssicherheit als Voraussetzung für Investitionen

Eine wesentliche Unterstützung ist Investitionssicherheit. "Bei Investitions-Cases, die über zig Jahre gehen, brauchen wir Rechtssicherheit", sagte der Vertreter der Telekom Austria. Seitlinger und Libovsky wiesen auf die momentan unklare Lage bei der Rückerstattung der Servicepauschale durch Mobilfunkanbieter in Österreich hin. Sie ist derzeit Gegenstand laufender Gerichtsverfahren und einer Verbandsklage. Libovsky: "Man deklassiert sich bei Investoren, wenn über zehn bis 15 Jahre keine Rechtssicherheit herrscht. Die Kostenseite darf sich nicht erratisch verändern."
 
Kritisch blickte das Podium auf die Förderkulisse des Glasfaserausbaus. Parnigoni hob das Modell der Förderung von Photovoltaik-Anlagen, das in Österreich zu massivem Ausbau der PV-Flächen geführt habe, als positives Gegenbeispiel hervor. Dieses ließe sich auf Glasfasernetze übertragen. Er kritisierte: Es seien hunderte Millionen Euro Fördergelder an Organisationen ausgeschüttet worden, die erst am Tag der Einreichung der Förderung ihre Geschäftstätigkeit begonnen hätten. Er begrüße daher, dass die Förderung endlich evaluiert werde. Auch Libovsky war kritisch: "Schauen wir mal, wie viel von dem Geld beim Kunden gelandet ist."

5G kommt vor 6G

Auf die in die Zukunft gerichtete Frage des Moderators "Was bringt uns 6G?" wollten sich die Podiumsteilnehmer nicht einlassen. Der Tenor: Erst einmal muss 5G in die Fläche gebracht werden. Bei einer Abdeckung von 5 bis 8 Prozent mit 5G Standalone gebe es noch sehr viel zu tun, so Seitlinger. Parnigoni ergänzte: „Wir müssen aufpassen, nicht eine Technologie zu einem Zeitpunkt in den Markt zu drücken, zu dem es dafür keine echte Nachfrage gibt."
 

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