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Seit dem 1. Oktober 2025 führt Christoph Mühleib die Geschäfte von HD Plus und der Schwestergesellschaft SES Germany in Personalunion. (Foto: SES Germany)

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Astra und HD+ planen engere Verzahnung

Premiere für Christoph Mühleib: Beim traditionellen Fachpresseabend von Astra und HD+ am 28. Oktober 2025 in München trat der neue Geschäftsführer von HD Plus erstmals offiziell vor die Medien. Mühleib, der zugleich als Geschäftsführer von SES Germany die Aktivitäten des Satellitenbetreibers Astra in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet, kündigte eine engere strategische Verzahnung beider Unternehmen an.
 
Noch vor Weihnachten soll bei HD+ ein neues Bundle mit einem Streamingdienst starten. Zudem ist geplant, nach der Integration von RTL+ einen weiteren Streamingdienst eines großen Free-TV-Anbieters in die HD+ TV-App einzubinden. "Wir werden Astra und HD+ künftig noch stärker gemeinsam denken", sagte Mühleib. "Mit HD+ verbinden wir die Stärken des Satelliten mit den Möglichkeiten des Internets – das Beste aus beiden Welten."

Satellit bleibt Rückgrat des linearen Fernsehens

Mühleib betonte die unverändert zentrale Rolle des Satellitenempfangs für die TV-Versorgung in Deutschland. "Der Satellit bleibt die beste Infrastruktur für lineares Fernsehen", sagte er. Gerade bei massenattraktiven TV-Programmen wie Live-Fußball stoße IP regelmäßig an seine Grenzen, etwa durch Überlastungen und Aussetzer bei Livestreams.
 
Laut dem aktuellen Astra TV-Monitor 2024 empfangen 16,02 Millionen Haushalte in Deutschland ihr Fernsehprogramm über Satellit – das entspricht 44,8 Prozent aller TV-Haushalte. Damit bleibt der Satellit der führende Verbreitungsweg vor Kabel und IPTV. Auch beim HD-Empfang liegt Astra mit 15,17 Millionen Haushalten vorn.
 
Wenn es um On-Demand-Inhalte gehe, ergänze IP den Satelliten "ideal". Genau hier setze HD+ an: Die Kombination aus klassischem TV-Empfang und Internet-Zusatzdiensten ermögliche Komfortfunktionen wie Neustart, Pause, zeitversetztes Fernsehen und Aufzeichnung – alles über eine einheitliche Benutzeroberfläche.

HD+ Stream öffnet neue Zielgruppen

Ein Baustein dieser hybriden Strategie ist HD+ Stream, das im Herbst 2025 eingeführt wurde. Das neue Produkt bringt HD+ auf TV-Sticks, Boxen und mobile Geräte – also auch in Haushalte ohne Satellitenanschluss. Nutzer können damit über 100 HD-Sender und rund 120.000 Mediathekeninhalte streamen, auf Wunsch auch parallel auf zwei Geräten.
 
Der Dienst kostet 9,99 Euro pro Monat (erster Monat gratis, monatlich kündbar). Bestandskunden mit einem HD+ Satellitenabo können den Streamingzugang für 3 Euro monatlich hinzubuchen. Zum Start läuft HD+ Stream auf Geräten von waipu.tv, MagentaTV und Google Chromecast, weitere Plattformen sollen folgen.

Strategische Neuausrichtung unter gemeinsamer Führung

Seit dem 1. Oktober 2025 führt Mühleib die Geschäfte von HD Plus und der Schwestergesellschaft SES Germany in Personalunion. Er trat damit die Nachfolge von Andreas Müller-Vondey an, der HD Plus nach 15 Jahren verließ. Mit der Doppelfunktion soll die Koordination zwischen Satellitengeschäft und der TV-Plattform HD+ vereinfacht werden.
 
"Wir sehen in der engen Verzahnung beider Bereiche einen klaren Mehrwert – für Sender, Partner und Zuschauer gleichermaßen", erklärte Mühleib. Ziel sei es, die Reichweite des Satelliten mit den IP-Möglichkeiten zu verbinden. So lässt sich das lineare Fernsehen um interaktive, personalisierte Funktionen erweitern, die heute für eine moderne TV-Nutzung unverzichtbar sind.
 
Autor: Dr. Jörn Krieger
 

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