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Austrian FiberSummit 2025

Plattform für Dialog und Zukunftsstrategien

Mit über 500 Teilnehmern zählte das Austrian FiberSummit 2025 am 23. Oktober in Oberwart zu den bestbesuchten österreichischen Branchentreffen des Jahres. Bereits am Vorabend nutzten rund 400 Gäste bei der Fiber Night die Gelegenheit zum Netzwerken, Austauschen und Anstoßen.

OFAA-Marktanalyse bewertet Österreichs Glasfaserausbau neu

Einer der Höhepunkte des Summit war die Präsentation der OFAA-Marktanalyse, in der aktuelle Zahlen zum Glasfaserausbau erstmals neu interpretiert und in einen größeren Zusammenhang gestellt wurden. Rund 1,9 Millionen Anschlüsse sind derzeit verfügbar, davon werden 373.000 aktiv genutzt. Besonders im ländlichen Raum zeigt sich eine hohe Akzeptanz und Nachfrage, während in Städten alternative Technologien wie Kabel oder Mobilfunk den Umstieg oft bremsen. "Der kontinuierliche Ausbau zeigt, dass Österreichs Breitbandstrategie wirkt – vor allem dank regionaler Förderinitiativen, die den Glasfaserausbau gezielt in die Fläche bringen", resümiert Prof. Dr. Jens Böcker, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Österreichs Glasfaserausbau im Faktencheck

Der Breitbandgipfel Österreich rückte den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus in den Mittelpunkt – und die Frage, wie es nach den Budgetanpassungen weitergeht.
 
DI Johannes Pressl, Präsident des Österreichischen Gemeindebunds, erinnerte sich an die hohe Erwartungshaltung vieler Gemeinden: Zahlreiche Projekte seien bereits in Vorbereitung gewesen, ehe die Förderpläne angepasst wurden. In vielen Regionen habe sich dadurch die Hoffnung auf schnellen Anschluss verzögert. "Wir müssen offen darüber sprechen, wie wir künftige Förderungen effizienter gestalten und vorhandene Mittel gezielter einsetzen können", so Pressl. Er unterstrich darüber hinaus die wachsende Bedeutung des Glasfaserausbaus als Teil der Daseinsvorsorge. Außerdem brauche es künftig klare Zuständigkeiten für weiße Flecken, eventuell auch eine Anschlussverpflichtung. Zudem sprach er sich für eine differenzierte Förderlogik aus: schwer erschließbare Gebiete höher, leicht zugängliche niedriger zu fördern.
 
Martin Wachutka, Vice President der OFAA, verwies darauf, dass rund 300 Millionen Euro an Fördermitteln im System verblieben seien: "Dieses Geld sollte unbedingt weiterverwendet werden, vielleicht jedoch mit neuen Modellen, die eine schnellere Refinanzierung ermöglichen."

Internationale Einblicke in den Glasfaserausbau

Thord Swedenhammer, Deputy CEO von AB Stokab in Stockholm, berichtete, wie die schwedische Hauptstadt bereits seit drei Jahrzehnten auf ein konsequent offenes Glasfasermodell setzt. Das Unternehmen vermietet ausschließlich Dark Fiber, keine Kabelkanäle. Dieses Prinzip ermöglicht Wettbewerb, geringere Kosten und fördert Innovation. "Die Infrastruktur gehört allen – gleiche Bedingungen für alle Akteure, vermittelt durch eine neutrale Instanz", so Swedenhammer. Das Netz wurde ohne öffentliche Förderungen aufgebaut und wird über Nutzungsentgelte und Kredite finanziert.
 
Aus Italien berichtete Francesco Rotunno, Head of EU Affairs bei Open Fiber S.p.A., über den Aufbau eines landesweiten FTTH-Netzes nach dem Prinzip Wholesale only. Mehr als 300 Betreiber nutzen das offene Netz zu gleichen Bedingungen. Seit 2017 wurden über 10 Milliarden Euro investiert, weitere Mittel sind bis 2034 vorgesehen. Das Netz umfasst bereits über 16 Millionen Gebäude, davon mehr als 6 Millionen in ländlichen Regionen. "Über 300 Anbieter nutzen unser Netz bereits – das zeigt, dass offene Netze keine Konkurrenz schaffen, sondern Stabilität und Marktvielfalt", betonte Rotunno.

Burgenland: Glasfaser für Energie und Sicherheit

Im Panel "Digitale Lebensader: Glasfaser für Energiewende und Digitalisierung am Wirtschaftsstandort Burgenland" zeigte sich, wie unterschiedlich der Ausbau im Land verläuft.
 
Alfred Pufitsch, CEO der öGIG GmbH, hob hervor, dass mit dem Projekt in Wimpassing an der Leitha das erste Glasfasernetz im Burgenland umgesetzt wurde und kündigte an, künftig sowohl geförderte als auch ungeförderte Projekte zu realisieren. Gerhard Haidvogel, Geschäftsführer der kabelplus GmbH, wies darauf hin, dass der weitere Ausbau ohne Fördermittel schwierig bleibe: "Rund 20 Prozent der Gebiete verfügen noch nicht über VHCN-Netze – hier fehlen vielfach tragfähige Business Cases." Bernhard Deixler, CTO der Alpen Glasfaser GmbH, ergänzte, dass man den burgenländischen Markt zwar laufend beobachte, der Fokus derzeit jedoch auf teilerschlossenen Regionen anderer Bundesländer liege: "Das Burgenland wird kommen – aber wirtschaftlich rechnet sich der Ausbau aktuell nur dort, wo bereits ein gewisser Bedarf entstanden ist."
 
DI Georg Podebradsky, Breitbandkoordinator des Landes, betonte abschließend die strategische Bedeutung der Glasfaser als Infrastrukturgrundlage: Das Land verstehe den Ausbau als langfristige Aufgabe und prüfe parallel Funktechnologien, um bestehende Lücken zu schließen.
 

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