
BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers (li.) und BREKO-Präsident Norbert Westfal eröffneten die Jahrestagung 2025 in Berlin (Foto: Henning Hattendorf)
BREKO Jahrestagung 2025
"Weitere Milliardeninvestitionen in Glasfaserausbau nötig"
Auf der Jahrestagung des Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) am 11. November 2025 in Berlin hob BREKO-Präsident Norbert Westfal die Anstrengungen der Branche beim Glasfaserausbau in Deutschland hervor, warnte mit Blick nach vorne aber auch vor Euphorie: "Trotz herausfordernder Bedingungen haben immer mehr Haushalte und Unternehmen die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu buchen. Auf keinen Fall darf aber der Eindruck entstehen, dass der weitere Ausbau ein Selbstläufer ist: Der aktuelle Zuwachs an Glasfaser beruht auf Ausbauentscheidungen der Unternehmen der letzten zwei bis vier Jahre." Er forderte ein entschiedenes Handeln von Politik und Regulierung, damit die Unternehmen weitere notwendige Milliardeninvestitionen tätigen könnten.
Westfal lobte zudem den Handlungswillen der neuen schwarz-roten Regierung: "Wir haben den Eindruck, dass Digitalminister Karsten Wildberger und sein Ministerium verstanden haben, dass sie Investitionsanreize setzen und für Planungssicherheit sorgen müssen. Dafür spricht das Eckpunktepapier des Ministeriums zum Übergang von Kupfer auf Glasfaser."
Kupfer-Glasfaser-Migration: Bundesnetzagentur soll aktiv werden
BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers sagte zur Kupfer-Glasfaser-Migration. "Das Upgrade von DSL auf Glasfaser ist ein wichtiger volkswirtschaftlicher Hebel für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Das Eckpunktepapier ist ein guter Auftakt – jetzt braucht es Tempo, Klarheit und konkrete Maßnahmen." Von der Bundesnetzagentur erwarte der BREKO, dass sie Anfang des Jahres einen Entwurf für ein Regulierungskonzept vorlege, das bis zum Sommer stehe.
Mit Blick auf die anstehende Novelle des Telekommunikationsgesetzes forderte Albers: "Beim geplanten Recht auf einen Glasfaser-Vollausbau in Mehrfamilienhäusern muss sichergestellt werden, dass das Überbau-Problem nicht von der Straße in die Gebäude verlängert wird und kooperative Ansätze zwischen Wohnungseigentümern und TK-Unternehmen Vorrang haben. Der Vorschlag des Ministeriums, bei der Glasfaser-Gebäudeverkabelung Mitnutzungsansprüche zu regulierten Entgelten einzuführen, würde zu einem massiven Investitionsrisiko führen und muss schnell vom Tisch."
Gegen exklusive Mobilfunk-Zuteilung von 6-GhHz-Frequenzband für Mobilfunk
Präsident Westfal sagte: „Dass die Bundesregierung sich dafür ausspricht, das obere 6-GHz-Frequenzband exklusiv für den Mobilfunk zu reservieren, halten wir für eine fatale Fehleinschätzung. So bliebe das volle Potenzial moderner Glasfasernetze ungenutzt, während eine Reservierung der Frequenzen für die Mobilfunkkonzerne kaum Nutzen bringen würde." Er plädierte dafür, mindestens 320 MHz im oberen 6-GHz-Band für die lizenzfreie WLAN-Nutzung freizuhalten.
Digitalministerium übernimmt Schirmherrschaft für "nextgen"
Das Digitalministerium übernimmt die Schirmherrschaft für "nextgen". Das Netzwerk wurde 2024 gegründet und bringt aktuell mehr als 300 Nachwuchskräfte aus 200 Unternehmen der Telekommunikationsbranche zusammen. "Die Telekommunikationsbranche entwickelt und baut die digitalen Infrastrukturen der Zukunft – und dafür braucht es junge Talente. Sie sorgen dafür, dass Innovation nicht nur gedacht, sondern erlebt wird" teilte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger mit.
Neue E-Learning-Plattform für die Telekommunikationsbranche
Zusätzlich wurde auf der Jahrestagung ein neues E-Learning-Angebot für die Telekommunikationsbranche vorgestellt. Das Format ist Ergebnis der Kooperation von BREKO und WTT CampusONE, einem E-Learning-Anbieter für die Versorgungswirtschaft. Ziel der Partnerschaft ist die Entwicklung einer mehrteiligen E-Learning-Reihe, die praxisnahes Grundlagenwissen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Telekommunikationsunternehmen vermitteln soll, von den technischen und regulatorischen Grundlagen bis hin zu aktuellen Branchentrends.
Claudia Boss-Teichmann 14.11.2025

