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Telekom-CEO Timotheus Höttges sagte bei der Vorstellung der Quartalzahlen, das Marktumfeld sei nicht einfach. "Wettbewerber kürzen ihre Investitionen, ihre Dividenden oder verkleinern ihre Mannschaft." (Foto: Deutsche Telekom)

Quartalszahlen

Glasfaserausbau erreicht Rekordtempo

Der Heimatmarkt Deutschland zeigt sich im dritten Quartal gespalten: Während klassische Festnetzanschlüsse weiter zurückgehen, entwickelt sich das Glasfasergeschäft dynamischer als je zuvor. Mit den 155.000 Neuanschlüssen im Berichtszeitraum erreicht die Telekom das beste Quartalsergebnis ihrer FTTH-Geschichte. Insgesamt können nun 11,8 Millionen Haushalte auf das eigene Glasfasernetz der Telekom zugreifen.
 
CEO Timotheus Höttges zeigt sich zufrieden mit dem erreichten Ausbautempo: "Unsere Strategie geht auf. Wir bauen schneller, smarter und nachhaltiger aus." Für das Gesamtjahr 2025 prognostiziert der Konzern 1,7 Millionen neu erschlossene Haushalte – ein Rekordwert. In den kommenden Jahren sollen jährlich weitere 2,5 Millionen Anschlüsse hinzukommen.
 
Dabei rücken ländliche Regionen und Mehrfamilienhäuser stärker in den Fokus. Gleichzeitig mahnt Höttges politische Unterstützung an: Die Take-up-Rate bleibe trotz der Milliardeninvestitionen ein strukturelles Problem der gesamten Branche. Der Konzernchef fordert verbindliche Glasfasernutzung durch staatliche Stellen und dass der Vollausbau von Mehrfamilienhäusern per Gesetz ermöglicht werden soll.

Serviceumsätze und Mobilfunk zeigen Stabilität

Im Festnetzgeschäft verzeichnet die Telekom Deutschland einen leichten Rückgang der Breitbandzahlen. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Breitbandanschluss (ARPU) legte jedoch um 3,6 Prozent im Jahresvergleich zu. Die Zahlungsbereitschaft im Bestand steigt weiter, höherwertige Tarife werden gut angenommen.
 
Das Mobilfunkgeschäft entwickelt sich robust: 314.000 neue Vertragskunden kamen im dritten Quartal hinzu, die Wechselquote sank auf 0,8 Prozent. CFO Christian Illek betont die erfolgreiche Marktbehauptung trotz intensiven Wettbewerbs.
 
Insgesamt sanken die Umsätze in Deutschland um 1,8 Prozent auf 6,35 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA AL blieb mit 2,73 Milliarden Euro nahezu stabil (plus 0,1 Prozent). Belastend wirkten ein starkes B2B-Vorjahresquartal, die aktuelle Wirtschaftsschwäche bei Geschäftskunden sowie rückläufige Wholesale-Erlöse.

KI und Effizienz als Zukunftsthemen

Der Konzern setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz zur Effizienzsteigerung. Im Netzausbau, Kundenservice und im internen Wissensmanagement kommt KI bereits zum Einsatz. Der Chatbot "FragMagenta" erreicht laut Höttges inzwischen eine Erstlösungsquote von 55 Prozent.
 
Im Januar 2025 eröffnet in München eine neue KI-Fabrik – ein gemeinsames Infrastrukturprojekt mit Nvidia und Brookfield. Höttges wertet das Projekt als Signal für Umsetzungsgeschwindigkeit: "Zwischen Idee und Eröffnung liegen sechs Monate. Das steht sinnbildlich fürs Machen."

Konzernprognose erneut angehoben

Dank der starken Performance der US-Tochter T-Mobile hebt die Telekom ihre Jahresprognose zum dritten Mal an. Das bereinigte EBITDA AL soll nun rund 45,3 Milliarden Euro erreichen (plus 5 Prozent), der Free Cashflow rund 20,1 Milliarden Euro (plus 4 Prozent). Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird bei etwa 2,00 Euro erwartet (plus 9 Prozent).
Die Dividende soll auf 1,00 Euro je Aktie steigen – die höchste Ausschüttung in der Unternehmensgeschichte. Zusätzlich plant der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Euro für 2026.

Ausblick: Glasfaser als Marathon

Trotz der positiven Entwicklung beim Ausbau betont Höttges die Langfristigkeit des Projekts. Der Glasfaserausbau sei ein Marathon, kein Sprint. Die wirtschaftliche Rentabilität hänge maßgeblich von der Buchungsquote ab – hier sieht der Konzern weiterhin Handlungsbedarf bei Politik und Gesellschaft.
 
Im internationalen Vergleich zeigt sich: Während das US-Geschäft die Konzernzahlen stützt, bleibt Deutschland ein anspruchsvoller Markt mit intensivem Wettbewerb und strukturellen Herausforderungen. Die strategische Ausrichtung auf Glasfaser und Mobilfunk soll die Basis für künftiges Wachstum schaffen.
 

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