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VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer: "Die Telekom lehnt zentrale wettbewerbliche Instrumente wie verbindliche Abschaltperspektiven, zeitliche Leitplanken oder ein Initiativrecht von Wettbewerbern ausdrücklich ab." (Foto: VATM)

Kupfer-Glasfaser-Migration

VATM: "Telekom-Position gefährdet Wettbewerb"

Der VATM verschärft seine Kritik an der Haltung der Deutschen Telekom zur Kupfer-Glasfaser-Migration. Die jüngsten Äußerungen der Deutschen Telekom in Stellungnahmen oder im Rahmen des Stakeholder-Dialogs würden deutlich zeigen, dass der marktmächtige Netzbetreiber allein über Tempo und Umfang des Technologiewechsels entscheiden wolle.

"Mit dieser Strategie, noch lange die Kupfer-Kuh zu melken, will sie gleichzeitig den Wettbewerb, der bislang der entscheidende Treiber des Glasfaserausbaus in Deutschland war, aus dem Migrationsprozess und damit aus dem Markt faktisch herausdrängen", sagt VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer. "Die Telekom lehnt zentrale wettbewerbliche Instrumente wie verbindliche Abschaltperspektiven, zeitliche Leitplanken oder ein Initiativrecht von Wettbewerbern ausdrücklich ab."

Besonders deutlich werde diese Strategie in der kategorischen Ablehnung politisch oder regulatorisch festgelegter Abschalttermine. Zeitliche Leitplanken, die Investoren, Kommunen und Wettbewerbern Planungssicherheit geben könnten, würden als unzulässiger Eingriff zurückgewiesen.

Der VATM sieht in den aktuell veröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur den Niederschlag von Effekten dieser Strategie.1 Im ersten Halbjahr 2025 betrugen die Investitionen in Sachanlagen auf dem Telekommunikationsmarkt 6,4 Mrd. Euro. Sie lagen um 8,6 % unter dem Wert des Vorjahreshalbjahres (7,0 Mrd. Euro). Die Wettbewerber investierten 4,1 Mrd. Euro und die Deutsche Telekom AG 2,3 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2025. Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr betrug der Rückgang bei den Wettbewerbern 8,9 % und bei der Deutschen Telekom AG 8,0 %.

"Die Entwicklung belegt unsere These eindrucksvoll: Zieht sich der Wettbewerb zurück, gibt es keinen schnellen Glasfaserausbau in Deutschland. Die Telekom investiert nur dann, wenn Konkurrenten sie dazu zwingen. Deswegen müssen Regulierung und Politik den Wettbewerb stützen. Ein erfolgreicher, schneller und wettbewerblicher Glasfaserausbau erfordert klare Migrationssignale, verlässliche Rahmenbedingungen und ein Ende des strategischen Parallelbetriebs alter Kupfernetze. Die Telekom-Stellungnahme zeigt: Zu einem solchen wettbewerblichen Ordnungsrahmen ist die Telekom derzeit nicht bereit", so Frederic Ufer.
 
1 Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2024/2025 der Bundesnetzagentur.
 
 

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