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Übernahme

Megasat steigt bei Kathrein Digital Systems ein


Für die Kathrein Digital Systems GmbH zeichnet sich eine Zukunftslösung ab: Die Megasat Vertriebs GmbH aus Niederlauer übernimmt das Unternehmen als Investor. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Megasat und dem Insolvenzverwalter Michael Verken (Anchor) wurde am 22. Dezember 2025 notariell beurkundet. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben der Beteiligten uneingeschränkt weiter.

Die Übernahme erfolgt im Rahmen eines Insolvenzplans, der auf eine vollständige Entschuldung von Kathrein Digital Systems abzielt. Dessen Umsetzung sowie die formelle Aufhebung des Insolvenzverfahrens und die Übertragung der Gesellschaftsanteile sollen bis Ende Februar 2026 abgeschlossen sein.

Fortführung nach Insolvenzantrag im August

Kathrein Digital Systems hatte am 18. August 2025 Insolvenzantrag gestellt. Zuvor waren bereits die Muttergesellschaft Kathrein SE sowie weitere Tochtergesellschaften in das Insolvenzverfahren gegangen. Wie cablevision-europe.de im August berichtete, war Michael Verken von Anchor zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Ziel der Insolvenzverwaltung war es, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und eine Investorenlösung für die traditionsreiche Marke zu finden.
 
Nach Angaben des Insolvenzverwalters ist dies nun gelungen. Verken erklärte, man habe "in einem herausfordernden Marktumfeld eine ideale Nachfolgelösung" gefunden. Mit Megasat übernehme ein Investor, der die Branche kenne und langfristig plane. Der stabile Geschäftsbetrieb während des gesamten Verfahrens zeige die Marktbedeutung von Kathrein Digital Systems. Die Sanierung solle planmäßig bis Februar 2026 abgeschlossen werden.

Betrieb und Lieferfähigkeit blieben stabil

Nach Darstellung der Beteiligten lief der Geschäftsbetrieb trotz Insolvenzverfahren ohne Einschränkungen weiter. Lieferfähigkeit, Kundenservice und technische Hotline seien durchgehend gewährleistet gewesen. Das zentrale Logistikzentrum in Ulm habe den Elektrogroßhandel und das Fachhandwerk kontinuierlich versorgt. Diese Stabilität habe es der Geschäftsführung ermöglicht, sich auf die Sanierung und den Investorenprozess zu konzentrieren.

Marktumfeld als Auslöser der Krise

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Kathrein Digital Systems führt das Unternehmen unter anderem auf eine anhaltend schwache Baukonjunktur und eine rückläufige Nachfrage im Großhandel zurück. Zwar habe man zwischenzeitlich Marktanteile gewinnen können, der insgesamt schrumpfende Markt habe diese Effekte jedoch nicht kompensiert.

Strategische Ergänzung der Portfolios

Megasat sieht in dem Einstieg vor allem strategische Synergien. Geschäftsführer Sven Melzer erklärte, Kathrein Digital Systems stehe für Qualität und technische Exzellenz. Man glaube an das Potenzial der Marke und der Produkte. Durch die Bündelung der Kompetenzen – Kathrein mit Stärken in der professionellen Signalverteilung und im Projektgeschäft, Megasat im Consumer- sowie im Camping- und Outdoor-Segment – wolle man neues Wachstum ermöglichen.
 
Kathrein Digital Systems bringt insbesondere Know-how in der Signalverteilung für Satellit, Terrestrik, Kabel und IP in Gebäuden ein, etwa für Hotels oder Krankenhäuser. Megasat ergänzt dies nach eigener Darstellung mit starker Marktposition im Endkundengeschäft und bei mobilen Empfangslösungen.
 
Mit der nun vereinbarten Investorenlösung scheint ein zentraler Baustein der im Sommer gestarteten Sanierung erreicht. Die endgültige Umsetzung hängt jedoch noch von der formellen Bestätigung und dem Abschluss des Insolvenzplans ab.
 

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