
Rund 59 Prozent der Nutzer, deren Fernbedienung über eine Plattformtaste verfügt, verwenden diese diese häufig oder gelegentlich. Fast alle Plattformtasten bieten dabei einen direkten Zugang zu Netflix (43,2 Prozent), gefolgt von Amazon Prime Video (35,0 Prozent) und YouTube (23,8 Prozent). (Grafik: AGF)
AGF-Studie
Internetbasierter TV-Empfang legt deutlich zu
Der internetbasierte TV-Empfang verzeichnet in Deutschland ein deutliches Wachstum. Laut der aktuellen AGF-Plattformstudie 2025 II nutzen mittlerweile 17,7 Prozent der TV-Haushalte internetbasierte Empfangswege – ein markanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (11,3 Prozent). Gleichzeitig verlieren alle klassischen Empfangswege an Bedeutung.
Satellit bleibt führend, Kabel verliert deutlich
Satellit bleibt mit 43,4 Prozent der meistgenutzte Empfangsweg, verzeichnet jedoch einen leichten Rückgang (Vorjahr: 45,2 Prozent). Der Kabelanteil sank auf 36,2 Prozent (Vorjahr: 40,0 Prozent), der terrestrische Empfang ging auf 2,8 Prozent zurück (Vorjahr: 3,5 Prozent).
Nebenkostenprivileg: Umstellung weitgehend vollzogen
Mehr als ein Jahr nach Abschaffung des Nebenkostenprivilegs zeigt sich eine weitgehende Neuordnung: 74,4 Prozent der betroffenen Haushalte haben einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen, 15,9 Prozent wechselten die Empfangsart. Von den betroffenen Haushalten ohne neuen Kabelvertrag können nur noch 33,4 Prozent Kabel empfangen – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Vorwelle (45,9 Prozent). 52,6 Prozent der betroffenen Haushalte geben an, nach dem 1. Juli 2024 von ihrem Kabelanbieter kontaktiert worden zu sein.
Connected TV in sieben von zehn Haushalten
In 70,3 Prozent der befragten TV-Haushalte konnte mindestens ein internetangebundenes Fernsehgerät festgestellt werden – ein stabiler Wert gegenüber der Frühjahrswelle (69,0 Prozent). Der überwiegende Teil der internetfähigen Fernsehgeräte ist direkt mit dem Internet verbunden (57,9 Prozent), weitere 15,2 Prozent nutzen Zusatzgeräte wie Streaming-Sticks oder -Boxen.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die Modernisierung der Gerätebasis: Rund 50 Prozent der genutzten Fernsehgeräte sind jünger als fünf Jahre und verfügen damit über zeitgemäße Betriebssysteme und Streaming-Funktionen.
Benutzeroberflächen gewinnen an Bedeutung
30,3 Prozent der Befragten sehen beim Einschalten des Fernsehgeräts zunächst eine Benutzeroberfläche statt eines laufenden Programms. Bei internetbasierten Empfangswegen startet der Fernseher sogar bei 68,8 Prozent der Haushalte direkt mit einer Benutzeroberfläche. Inhalte werden damit zunehmend über Kacheln, Empfehlungen oder App-Strukturen ausgewählt.
Trotz veränderter Zugangswege bleibt der klassische Ziffernblock der Fernbedienung wichtig: 77,1 Prozent der Befragten nutzen ihn weiterhin.
Streaming-Nutzung steigt weiter
Die Streamingnutzung auf VOD-Plattformen stieg auf 75,6 Prozent (Vorwelle: 72,3 Prozent). Die stärksten Zuwächse verzeichneten YouTube mit 61,0 Prozent (Vorwelle: 56,4 Prozent) und Social-Media-Plattformen mit 42,5 Prozent (Vorwelle: 38,3 Prozent). 44,7 Prozent der Befragten nutzen Online-Angebote der TV-Sender, Netflix erreicht 37,5 Prozent und Amazon Prime Video 28,8 Prozent.
"Die Plattformstudie zeigt, dass sich Zugangswege und Empfangssituationen verändern, gleichzeitig wächst die Angebotsvielfalt. Die Bedeutung des TV-Geräts als zentraler Screen der Videonutzung bleibt dabei unbestritten", erläuterte Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF.
Lesen Sie zur AGF-Plattformstudie 2025 I: TV-Markt bleibt in Bewegung (03.07.2025)
Quelle: AGF-Plattformstudie 2025 II (Erhebungszeitraum: Juli-September 2025)
Stichprobe: ca. 2.500 Personen ab 14 Jahren in TV-Haushalten
Claudia Boss-Teichmann 23.01.2026

