
Die Deutsche Telekom (DT), Orange, Telefónica, TIM (Telecom Italia) und Vodafone demonstrieren die Verknüpfung ihrer Edge-Umgebungen auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona (Grafik: Deutsche Telekom)
Digitale Souveränität
Europäische Telkos starten gemeinsame Edge-Cloud
Die Telekommunikationsanbieter Deutsche Telekom (DT), Orange, Telefónica, TIM (Telecom Italia) und Vodafone wollen auf dem Mobile World Congress 2026 eine Live-Demonstration des "European Edge Continuums" vorstellen. Die fünf Betreiber haben ihre Edge-Umgebungen miteinander verknüpft und ermöglichen nun die nahtlose Bereitstellung von Anwendungen über ihre gesamte europäische Abdeckung (siehe Grafik). Die Plattformkomponenten sind in Laborumgebungen betriebsbereit, ein erster Schritt hin zur industriellen und kommerziellen Einführung.
Dieser Meilenstein sei ein wichtiger Durchbruch sowohl innerhalb der 8ra-Initiative als auch des Important Project of Common European Interest on Next Generation Cloud Infrastructure and Services (IPCEI-CIS), so die Deutsche Telekom. Ziel des EU-geförderten Projekts IPCEI-CIS ist der Aufbau einer europäischen, souveränen Cloud- und Edge-Infrastruktur. 8ra ist ein konkretes Industrieprojekt, das die Vision praktisch umsetzt.
"Dieser Schritt beweist, dass in Europa nicht nur über digitale Souveränität gesprochen wird: Wir stellen sie hin", sagt Christine Knackfuß-Nikolic, Chief Sovereign Officer bei T-Systems. "Indem wir unsere Netze und unser Know-how vereinen, entsteht ein sicheres, offenes und vertrauenswürdiges digitales Ökosystem – Made in Europe – für die digitale Zukunft unseres Kontinents."
Neue Möglichkeiten für Edge Computing in Europa
Das European Edge Continuum ermöglicht es Kunden und Entwicklern, Anwendungen sicher und automatisiert über Infrastruktur-Knoten verschiedener Betreiber hinweg über einen einzigen Zugangspunkt zu nutzen.
Die europäischen Telekommunikationsunternehmen wollen dadurch neue Einsatzmöglichkeiten im Bereich der autonomen Mobilität schaffen – etwa in Logistik, industrieller Robotik, autonomem Fahren und intelligentem Parken. Darüber hinaus eröffnen sich weitere Anwendungen für Industrie und Smart Cities, z. B. KI-gestützte Qualitätskontrolle in Fabriken, intelligentes Verkehrsmanagement oder Lösungen für die öffentliche Sicherheit.
Mit der ersten Federation, die nun in Laborumgebungen live ist, liegt der Fokus im nächsten Schritt auf Industrialisierung, kommerzieller Einführung und der Erweiterung des Ökosystems um neue Partner und Anwendungsfälle.
Diese Entwicklung ist Teil der übergeordneten europäischen Strategie, souveräne, resiliente und interoperable digitale Infrastrukturen im Rahmen der IPCEI-Programme aufzubauen.
Demonstration auf dem Mobile World Congress
Auf dem MWC 2026 wird am 2. März 2026 anhand einer Demonstration gezeigt, wie Organisationen Anwendungen nahtlos über eine oder mehrere federated Edge-Infrastrukturen in Europa mit einem einzigen Access Point bereitstellen können: MWC 2026 Session: European Edge Continuum
Claudia Boss-Teichmann 23.02.2026

