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(Foto: Sven Teschke, Büdingen, Lizenz CC BY-SA 3.0 DE)

Nachruf

Wegbereiter der Liberalisierung des deutschen TK-Markts gestorben

Der ehemalige Bundesminister für Post und Telekommunikation Christian Schwarz-Schilling ist am 6. April 2026 im Alter von 95 Jahren gestorben. In seiner Amtszeit als Bundesminister im Kabinett von Helmut Kohl von 1982 bis 1992 wurden wichtige Weichenstellungen für den Telekommunikationsmarkt vorgenommen. Das Kabelfernsehen und Privatfernsehen wurden eingeführt, auch die Privatisierung der damaligen Bundespost und der Telekom leitete sein Ministerium ein. In die Phase seiner Amtszeit fielen außerdem die Liberalisierung des Endgerätemarkts, der Daten- und Mehrwertdienste, des Mobil- und Satellitenfunkbereichs sowie der Start des GMS-Mobilfunks. 

Würdigungen aus der Branche

ANGA-Präsident Thomas Braun sagt: "Dr. Christian Schwarz-Schilling war weit mehr als ein Politiker – er war der Architekt der liberalisierten Telekommunikations- und Medienwelt, wie wir sie heute kennen. In seiner Amtszeit von 1982 bis 1992 legte er gegen massive Widerstände den Grundstein für den Wettbewerb und die Vielfalt in Deutschland."

Frederic Ufer, Geschäftsführer des VATM, betont: "Christian Schwarz-Schilling war der politische Wegbereiter für die Liberalisierung und Modernisierung der deutschen Kommunikationsmärkte. Er hat in einer Schlüsselphase die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass aus staatlich geprägten Monopolstrukturen schrittweise offene und wettbewerbliche Märkte entstehen konnten."

Politisches Engagement über die Telekommunikationsbranche hinaus 

1992 trat Schwarz-Schilling als Bundesminister zurück, da er die Haltung der Bundesregierung im Bosnien-Krieg nicht teilte.  Nach seinem Rücktritt setzte er sich für Frieden und Versöhnung auf dem Balkan ein und agierte als Streitschlichter bei den Verhandlungen um das Friedensabkommen für Bosnien und Herzegowina. Später war er Hoher Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Sarajevo. 

Schwarz-Schilling war von 1976 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und in der CDU parteipolitisch aktiv, unter anderem als Generalsekretär der hessischen CDU und Mitglied des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands. 

 

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