
Seit 2021 baut die Deutsche Telekom in der deutschen Hauptstadt Glasfaser aus. In diesem Jahr sollen noch 250.000 weitere Anschlüsse dazukommen. (Foto: Deutsche Telekom)
Glasfaserausbau
Eine Million Glasfaser-Anschlüsse in Berlin
Die Deutsche Telekom hat in Berlin die Marke von einer Million mit Glasfaser erschließbaren Haushalten erreicht und damit ein Ziel, das ursprünglich für Ende 2026 vorgesehen war, früher erfüllt. Der Ausbau war im Jahr 2021 gestartet. Dabei wurde nach Angaben der Telekom in mehr als 220 Gebieten in allen Berliner Bezirken gearbeitet und dabei über 2.900 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Berlin ist damit das bundesweit größte Glasfaser-Ausbauprojekt der Telekom.
Die Ausbauzahlen beziehen sich auf Homes Passed. Ein Unternehmenssprecher der Telekom präzisierte auf Nachfragen von Cable!vision Europe, es handle sich dabei um Haushalte, die bei einer Tarifbuchung einen Glasfaseranschluss direkt, bis Haus oder in die Wohnung realisieren können. Bei diesen Immobilien liege Glasfaser mindestens im Straßenzug, möglicherweise aber auch schon direkt an der Grundstücksgrenze. Zum Teil würden in Zukunft oder bereits aktuell kurze Abzweige bis auf das Grundstück mitverlegt.
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sprach von einem "bedeutenden Meilenstein" und bekräftigte das Ziel des Senats, bis 2028 eine vollständige Glasfaserabdeckung in der Stadt zu erreichen: "Der Glasfaserausbau in Berlin läuft im Turbo-Modus: Über die Hälfte aller Haushalte und Betriebe ist bereits mit ultraschnellem Internet versorgt."
Telekom-Vorstand Rodrigo Diehl erklärte, das frühere Erreichen des Meilensteins belege, "was möglich ist, wenn Unternehmen und Verwaltungen gut zusammenarbeiten."
Strategie für Mehrfamilienhäuser
Die Telekom setzt in Berlin auf den Vollausbau: Sie stattet bei einem Gebäude möglichst alle Wohnungen gleichzeitig mit Glasfaser aus – sofern die Genehmigungen vorliegen und die Eigentümer zustimmen. Nach der Erschließung eines Hauses können einzelne Anschlüsse demnach ohne erneute Bauarbeiten aktiviert werden. Wie viele der Anschlüsse in Berlin die Telekom bisher bis in die Wohnung verlegt hat, gab sie nicht bekannt.
Gerade in der Mieterstadt Berlin ist die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft laut Telekom damit ein entscheidender Faktor für das Ausbauprojekt. Vorstand Diehl appellierte an Eigentümer und Hausverwaltungen: "Glasfaserausbau ist Teamsport. Um schnell viele Anschlüsse zu bauen, brauchen wir die aktive Unterstützung von Eigentümern, Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen. Denn der Anschluss bis in die Wohnung ist nur möglich, wenn diese zustimmen."
Die Telekom stellt ihre Netzinfrastrukturen auch anderen Anbietern zur Verfügung. Wholesale-Partner, die das Glasfasernetz mitnutzen sind nationale Unternehmen wie Vodafone, Telefónica und 1&1, aber auch regionale Netzbetreiber wie NetCologne und etwa 30 weitere Carrier wie easybell, SIT Telecom, NT-net, ecotel.
Ausbauchwerpunkte 2026
Im laufenden Ausbauprogramm 2026 sollen weitere 250.000 Haushalte in Berlin erschlossen werden. Schwerpunkte sind dabei die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (rund 31.000 Hausanschlüsse), Marzahn-Hellersdorf (23.000) und Mitte (19.000). Zu den weiteren Ortsteilen im Fokus zählen unter anderem Lankwitz, Britz, Neukölln, Prenzlauer Berg, Tegel und Wedding.
Bis 2030 will das Unternehmen insgesamt zwei Millionen Haushalte, Schulen und Unternehmen in der Hauptstadt an sein Glasfasernetz anschließen.
Claudia Boss-Teichmann 04.05.2026

