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Die Technologie überträgt Licht in Luft statt Glas – und verspricht eine 47 Prozent schnellere Datenübertragung für Cloud- und KI-Infrastrukturen. (Foto: Huber+Suhner)

Passive Infrastruktur

Hollow Core Fiber: Microsoft setzt auf HUBER+SUHNER

Der Schweizer Konnektivitätsspezialist HUBER+SUHNER weitet seine seit 2017 bestehende Zusammenarbeit mit Microsoft Azure aus und investiert in zusätzliche Produktionskapazitäten, um Hollow Core Fiber (HCF)-Kabel und -Steckverbinder für den weltweiten Einsatz im Azure-Netzwerk zu liefern – einer Schlüsseltechnologie für latenzarme Cloud- und KI-Infrastrukturen.

Licht in Luft statt in Glas

Bei Hollow Core Fiber wird das Licht nicht wie bei herkömmlicher Glasfaser (Single Mode Fiber, SMF) durch Glas, sondern durch Luft geführt. Das ermöglicht nach Unternehmensangaben eine bis zu 47 Prozent schnellere Datenübertragung und damit deutlich niedrigere Latenzzeiten – sowohl innerhalb von Rechenzentren als auch zwischen ihnen. Die von Microsoft entwickelte Fasergeneration DNANF (Double Nested Anti Resonant Nodeless Fiber) erzielt laut HUBER+SUHNER rekordverdächtig geringe Dämpfungswerte und eine höhere Einkoppelleistung als SMF, was den Bedarf an optischer Verstärkung in Metro-Netzwerken reduzieren oder eliminieren soll.
 
Für Rechenzentren der nächsten Generation verspricht ein vollständig auf HCF gestütztes Netz wirtschaftliche Vorteile: größere Standortflexibilität, niedrigere Energie- und Standortkosten sowie eine effizientere KI-Trainingsinfrastruktur durch geringere Latenzzeiten zwischen Rechenclustern.

Kabel und Steckverbinder bereits im Livebetrieb

HUBER+SUHNER und Microsoft haben gemeinsam Kabelsysteme für den Außen- und Innenbereich (Outside Plant/Inside Plant) entwickelt und für den Feldeinsatz zertifiziert. Die Produktion der Kabel erfolgt in Herisau (Schweiz), wo spezielle Prozesse implementiert wurden, um HCF in verseilte Multi Loose Tube (MLT)-Kabel zu integrieren. Die Fertigungskapazitäten sind auf eine Ausweitung im Zuge des weiteren Microsoft-Ökosystemausbaus ausgelegt.
 
Parallel entwickeln beide Unternehmen die nächste Fasergeneration mit höherer Faserdichte, um künftige Anforderungen des Azure-Netzwerks zu erfüllen.
 
Eigens für Hyperscale- und Metro-Netzwerkumgebungen hat HUBER+SUHNER einen patentierten HCF-Steckverbinder entwickelt, der die empfindliche Hohlkernmikrostruktur gegen Umwelteinflüsse abdichtet und gleichzeitig standardisierte SMF-Schnittstellen (LC/UPC und LC/APC) mit geringer Dämpfung und niedriger Rückreflexion bedient. Die Serienproduktion dieser Steckverbinder läuft bei HUBER+SUHNER Cube Optics in Mainz. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben weiter in den Kapazitätsausbau an diesem Standort. "Die HCF-Kabel- und Steckverbindungstechnologien sind bereits im Einsatz und übertragen schon heute Live-Datenverkehr über Azure HCF-Verbindungen", sagt Colin Wallace, GM Cloud Network Engineering, Microsoft Azure.

Herausforderungen der Skalierung

Für den breiten Einsatz von HCF müssen mehrere technische Herausforderungen gelöst werden: Neben robusten Kabeldesigns mit verlustarmen Übertragungseigenschaften braucht es Anschlusslösungen, die die Hollow-Core-Faserstirnfläche schützen und nahtlos in bestehende SMF-Infrastrukturen integriert werden können. HUBER+SUHNER sieht sich nach eigenem Bekunden in der Lage, mit seinem Portfolio aus Kabeln und Steckverbindern vollständige Ende-zu-Ende-Konnektivitätslösungen anzubieten. "Aufsetzend auf unseren Stärken von Innovation und Qualität erwarten wir im Zuge der zunehmenden Anwendung weitere Fortentwicklungen unseres HCF-Konnektivitätsportfolios", so Jürgen Walter, COO Segment Kommunikation, HUBER+SUHNER.

Kooperation bereits seit 2017

Die Kooperation zwischen HUBER+SUHNER und dem Azure-Team – das 2022 als Lumenisity, ein Spin-out der Universität Southampton (Großbritannien), von Microsoft übernommen wurde – besteht seit 2017. In dieser Zeit wurden gemeinsam HCF-Kabel- und Steckerlösungen entwickelt und zur Marktreife geführt, die inzwischen im produktiven Azure-Netzwerk betrieben werden. Mit der nun angekündigten Investitionsausweitung soll die Technologie schrittweise in weiteren Azure-Regionen weltweit eingesetzt werden.
 

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